Aula voll Wasser

Piñatas, mit Bonbons gefüllte Wasserwesen gehören für die Schüler der achten Klasse des Melanchthon-Gymnasiums ebenso zum Thema Wasser. (Foto: sabka)
Berlin: Melanchthon-Gymnasium |

Hellersdorf. Irgendwann verstummt auch das letzte Flüstern in der Aula des Melanchthon-Gymnasiums. Man könnte einen Wassertropfen fallen hören. Vorerst aber setzt Meeresrauschen ein. Wenig später erklingt Charles Trenets berühmter Chanson "la mer".

Doch bevor die Jugendlichen der achten Klassen des Gymnasiums wieder unruhig werden, werden sie auch schon von Mitschülern gefragt: "Was hat Wasser mit Sprache zu tun?" Es könnte einem im Mund zusammenlaufen, lautet die Antwort. Auch wenn sie richtig ist, so beantwortet sie nur einen Teil eines umfassenden Komplexes, der am Wasseraktionstag der Schule präsentiert wird.

Die Schüler der Französischklasse haben sich neben der geographischen Lage Frankreichs am Wasser noch mit französischen Redewendungen befasst, die auch im Deutschen bekannt sind. Im Spanischunterricht sind Piñatas, mit Bonbons gefüllte Wasserwesen, entstanden. Der Müll vor der Aula, der sich zu kleinen Kunstwerken zusammenfügt, symbolisiert die Wasserverschmutzung der Meere.

Viele Fakten finden sich in "Water Times" wieder, der Zeitung, die im Deutschunterricht bei Marion Ernst entstanden ist. "Bei unserem sechswöchigen Projekt steht das Lernen in globalen Zusammenhängen im Mittelpunkt", erklärt sie.

Es bezieht sich auf ein pädagogisches Konzept, das erstmalig 2014 durchgeführt wurde. Es soll Lehrern und Schülern fachübergreifend Möglichkeiten bieten, sich ganz gezielt mit aktuellen Fragen zum globalen Wandel der Welt zu beschäftigen. Unterstützt wird die Bildungsoffensive unter anderem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Was kompliziert klingt, ist auch in der Umsetzung nicht einfach. Neuland für die Lehrer. In enger Kooperation und im ständigen Austausch verzahnen sie sämtliche Unterrichtsfächer miteinander zu einem Projekt. "Wir müssen Schnittstellen finden und herausarbeiten", erläutert Marion Ernst. "Jeder Lehrer behandelt das Thema für sein Fachgebiet - immer das Ziel im Auge, dass der Unterrichtsinhalt über die eigene Fachdimension hinausgeht." So heißt es im Französisch eben nicht Vokabeln pauken, sondern gleich noch Geografie und Deutsch einzubeziehen.

Für die Schüler des Gymnasiums lautet die gemeinsame Überschrift: "Wasser - ein globales Gut?" Dafür waren sie auch im Wasserwerk, im Klärwerk, zum Experimentieren auf dem Jugendforschungsschiff auf dem Tegeler See oder schwimmen. Im Informationstechnischen Grundkurs (ITG) in Kooperation mit Deutsch und Japanisch ist eine Präsentation am Computer entstanden, die mit japanischer Musik unterlegt ist und nun Bilder und japanische Gedichte zum Thema Wasser untermalt. Mit dem Wasseraktionstag endet das Projekt. Hier werden alle Arbeiten noch einmal zusammengeführt und der gesamten Jahrgangsstufe sowie den beteiligten Lehrern präsentiert. Für die Fachlehrer heißt es aufatmen. "Es ist anstrengend, aber spannend", sagt Marion Ernst. Und, dass es auch Hausaufgaben für die Lehrer gibt: "Die Präsentation der Lernergebnisse ist ein ebenso wichtiges Thema, deren Vielschichtigkeit weiter ausgebaut werden kann."


Sabine Kalkus / sabka
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