Jürgen Krämer durchstreift den Bezirk mit der Kamera

Jürgen Krämer dokumentierte unter anderem die Baumaßnahmen in Helle Mitte. Hier ein Foto von Juli 1996. (Foto: Bezirksmuseum/Krämer)

Hellersdorf. Heimatgefühl lässt sich am besten über Geschichte vermitteln. Heimathistoriker wie Jürgen Krämer leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Krämer hauptsächlich als Fotograf.

Seit Jahrzehnten fotografiert der heute 74-Jährige in Hellersdorf und Marzahn, sucht auch ständig nach alten Publikationen und Fotos, aus denen er professionell Reproduktionen anfertigt. Diese Arbeit macht Krämer ehrenamtlich, begleitet von dem Bewusstsein, dass sonst kein anderer diese Arbeit machen würde. "Das Bild erzählt Geschichte wie kein anderes Medium", sagt er.

Fotos, Reproduktionen und auch Zeichnungen von Straßenzügen hat Krämer schon seit seiner Jugend angefertigt. "Geschichte, was hinter den Fassaden steckt, hat mich immer schon interessiert", erzählt er.

Nachdem er schon Jahre im Beruf stand, machte er sein Interesse zu einem zeitaufwendigen Hobby. Der gelernte Hochfrequenztechniker wurde 1971 Bezirkschronist im damaligen Stadtbezirk Treptow. Nachdem er mit seiner Familie nach Marzahn in eine Neubauwohnung gezogen war, suchte er sich ein neues Betätigungsfeld in seiner neuen Wohngegend.

"Da die Funktion eines Bezirkschronisten nicht in Marzahn, aber in Hellersdorf frei war, machte ich dort weiter", erläutert Krämer. Das war 1989, als ein neuer Umbruch begann. Krämer dokumentierte mit der Kamera etwa den Bau und die Fertigstellung von Helle Mitte aber auch Umbau- und Abrissarbeiten. Er machte zahlreiche Davor- und-Danach-Aufnahmen. Da er nun Ortschronist des selbstständigen Bezirks Hellersdorf war, durchstreifte er auch Mahlsdorf und Kaulsdorf. Neben dem Fotografieren trat die Reproduktion historischer Ansichten in den Vordergrund.

Diese Arbeit machte Krämer im Rahmen seiner Arbeit für das damalige Bezirksmuseum Hellersdorf bis kurz vor der Bezirksfusion 1999. Gelegentlich hält er auch Foto-Vorträge.

Heute ist Krämer als Chronist und Fotograf zwischen Baumschulenweg und Marzahn unterwegs. Seine Sammlung von Fotos und Reproduktionen zur Geschichte von Marzahn und Hellersdorf hat er an das Bezirksmuseum übergeben. "Wir wissen noch gar nicht genau, wie viele Bilder das sind", sagt Museumsleiterin Dorothee Ifland.

Noch sind nicht alle gesichtet und eingescannt. Sie bilden aber ein wichtiges Stück Erinnerung an die Geschichte des Bezirks und das Leben seiner Bewohner.


Harald Ritter / hari
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