Bezirk überdenkt Weideprojekt am U-Bahnhof Hönow

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Steinhaufen und Gabionen sollen Vögeln und Amphibien neue Lebensräume in der Hönower Weherkette bieten. (Foto: hari)

Hellersdorf. Die Arbeiten zur Neugestaltung der Hönower Weiherkette sind fast beendet. Infrage steht, ob die geplante Beweidung mit Rindern auf einzelnen Fläche in Angriff genommen werden kann.

Geplant war, schon im Sommer vergangenen Jahres auf einer Fläche nordwestlich des U-Bahnhofes Hönow eine Weide einzurichten. Rinder des Naturschutzzentrums Malchow sollten dort weiden, um Flächen von massivem Bewuchs frei zu halten.

Dreimal ließ das Umweltamt des Bezirks Zäune aufstellen und dreimal wurden die Anlagen von Unbekannten wieder ein- oder abgerissen. "Wir werden im Verlaufe dieses Jahres entscheiden, ob wir das Weideprojekt noch einmal in Angriff nehmen", sagt Christian Gräff (CDU), Stadtrat für Wirtschaft und Stadtentwicklung.

Die Hönower Weiherkette ist ein eiszeitliches Gebilde. Auf den ersten Blick sieht man den Teichen nicht an, dass durch Eingriffe des Menschen oder durch Unterlassen sie während der zurückliegenden Jahrzehnte ihren Charakter verändert haben.

Im Zusammenhang mit der Entstehung der Großsiedlung Hellersdorf wurden als Windschutz schnell wachsende Bäume und Sträucher in die Landschaft um die Teiche gepflanzt. Sie überwucherten den ursprünglichen Bewuchs, wie etwa der amerikanische Eschenahorn, und machten einheimischen Pflanzen- und Tierarten buchstäblich das Leben schwer.

Im vergangenen Jahr ließ das Umweltamt zahlreiche Bäume fällen, Gehölze auslichten und Flächen insbesondere beidseitig der Einmündung der Louis-Lewin-Straße in die Berliner Straße planieren. Hier wurden Steinhaufen aufgeschüttet und viele Meter Gabionen eingefügt.

Das alles soll Platz und Lebensräume schaffen, in denen sich einheimische Tier- und Pflanzenarten, insbesondere Vögel und Amphibien ansiedeln können. "Die Arbeiten hierfür sind so gut wie abgeschlossen", erklärt Gräff. Allenfalls einige Nacharbeiten seien noch zu erledigen.

Das Geld für die Renaturierung der Weiherkette, über eine halbe Million Euro, hat der Senat zur Verfügung gestellt. Es ist ein Ausgleich für Schäden an der Natur, die unter anderem durch den Straßenbau für den Clean Tech Businesspark in Marzahn entstanden.

Mit dem Geld wird auch ein Team von Biologen bezahlt, dass die Entwicklungen in der Weiherkette bis 2023 beobachtet. Es soll prüfen, ob die ökologische Rechnung im Sinne der Artenvielfalt aufgeht.


Harald Ritter / hari
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