Dr. Heinrich Niemann gestaltet seit 1992 Bezirk mit

Am 12. Oktober feiert Dr. Heinrich Niemann seinen 70. Geburtstag. (Foto: KT)

Hellersdorf. "Ich habe überhaupt nicht daran gedacht, Stadtrat zu werden", gesteht Dr. Heinricht Niemann im Rückblick auf das Jahr 1992. Aus diesem ersten Wahlerfolg wurden 14 Jahre zunächst als Stadtrat für Gesundheit in Hellersdorf und später dann für Stadtentwicklung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Am 12. Oktober feiert er seinen 70. Geburtstag.

Seine Laufbahn als Kommunalpolitiker begann nach der Wahl 1992. Damals hatte die PDS (heute Die Linke) unerwartet viele Stimmen im Bezirk gewonnen. So wurden plötzlich Stadträte gesucht. Heinrich Niemann war zwar zur Kommunalwahl für seine Partei angetreten - aber nicht in Hellersdorf, sondern im Wedding.

Heinrich Niemann wurde am 12. Oktober 1944 in Reckwitz/Sachsen geboren. In Zittau hat er neben dem Abitur auch die Lehre als Motorenbauer bei "Robur" abgeschlossen. "Das war eine sehr gute Erfahrung", sagt Niemann noch heute. Schließlich entschied er sich für ein Studium an der Humboldt-Universität und wurde Arzt. "1978 wurde ich Facharzt für Sozialmedizin", erklärt Niemann. "Schon damals habe ich mich mit der Planung und Organisation von Strukturen im Gesundheitswesen beschäftigt."

Diese Kenntnisse haben ihm geholfen, als er 1992 Gesundheitsstadtrat in Hellersdorf wurde. Er ist seitdem als Stadtrat vier Mal gewählt worden. Zu seinen Erfolgen gehört, dass er als Chef der Krankenhauskonferenz dafür mit gesorgt hat, dass das heutige Vivantesklinikum Hellersdorf als städtisches Krankenhaus erhalten blieb. Noch heute ist er der Auffassung, dass "der öffentliche Gesundheitsdienst stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit rücken muss."

Ab 1995 kam die ökologische Stadtentwicklung mit in sein Aufgabenfeld hinein. Das war der Beginn des Stadtumbaus Ost. "Wir haben damals Konzepte für die Zukunft der Großsiedlungen entwickelt", erklärt Niemann. Für ihn sind die Ahrensfelder Terrassen noch heute ein großer Sieg von Bürgerengagement und politischer Vernunft, denn eigentlich sollten in Marzahn-Nord viel mehr Häuser abgerissen werden. "Aus heutiger Sicht gab es damals aber auch falsche Prognosen über die Entwicklung der Einwohnerzahlen und des Wohnungsbedarfs in Berlin." Niemann ist stolz darauf, dass ein Teil des Wohnraums damals erhalten blieb und sinnvoll umgebaut wurde.

Vor acht Jahren gab er den Posten des Stadtrates auf, mischt sich aber in die Kommunalpolitik als Mitglied der Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung weiter ein.

Auch das gesellschaftliche Leben gestaltet Heinrich Niemann aktiv mit. Seit 1994 ist er Vorsitzender des pad. e.V., einem freien Träger der Jugendhilfe. Seit 2007 leitet er die Geschicke des Vereins "Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf e.V." und engagiert sich für den Wiederaufbau des Schlosses. Vor fünf Jahren gründete er den Verein "Freunde der Gärten der Welt" und war bis vor zwei Jahren auch sein Vorsitzender, auch an der Gründung des Bürgervereins Mahlsdorf Süd hat er sich beteiligt. Offiziell ist der Jubilar zwar im Ruhestand, doch zur Ruhe setzen will sich Heinrich Niemann nicht. Und so feiert er seinen runden Geburtstag auch an einer Wirkungsstätte - im "Saal der Empfänge" in den Gärten der Welt.


Klaus Tessmann / KT
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