Mietanstieg um bis zu 17 Prozent

Im Schaufenster des Service-Points an der Hellersdorfer Promenade informiert die Deutsche Wohnen AG über ihre frei gewordenen Wohnungen. Die Mieten bei Neuvermietung sind laut Deutsche Wohnen seit Juni 2015 um sechs Prozent gestiegen. (Foto: hari)

Zahlen in Hellersdorf liegen nach Berliner Woche-Recherchen weit auseinander

Hellersdorf. Trotz der seit einem Jahr geltenden Mietpreisbremse wird das Wohnen in Hellersdorf teurer. Allerdings sind die Angaben über die Höhe des Anstiegs bei Neuvermietungen gerade am östlichen Stadtteil widersprüchlich.

Aktuellen Erhebungen des Immobilienportals Immowelt zufolge sind die Mieten bei Neuvermietungen um satte 17 Prozent gestiegen. Hellersdorf liegt damit mit Friedrichshain auf gleicher Höhe und in Berlin an der Spitze. Allerdings sind die Mieten nicht vergleichbar. Friedrichshain erreichte mit 12,50 Euro pro Quadratmeter den Spitzenreiter Prenzlauer Berg. Neuvermietungen in Hellersdorf liegen im Schnitt bei 7,60 Euro, in Marzahn bei 7,30 Euro.

Recherchen der Berliner Woche ergeben allerdings ein anderes und weitaus geringeren Anstieg. Die Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft mbH zum Beispiel teilte auf Anfrage mit, dass sie im ersten Quartal 2015 rund 260 und im ersten Quartal 2016 rund 290 Wohnungen neu vermietete. Die Neupreise betrugen im vergangenen Jahr 5,79 Euro und in diesem Jahr 5,89 Euro. „Die Erhöhung liegt damit nur bei 1,81 Prozent“, erklärt Anja Libramm von der Pressestelle des landeseigenen Unternehmens. Das Unternehmen ist mit rund 14 600 Wohnungen der größte Vermieter in Hellersdorf.

Einer der größten Vermieter in Hellersdorf ist mit 8800 Wohnungen die Deutsche Wohnen AG. Bei dieser stiegen die Neuvertragsmieten um sechs Prozent auf im Schnitt 6,45 Euro. „Wir investieren auch viel, allein in der Hellersdorfer Promenade 35 Millionen Euro“, sagt Pressesprecher Julian Pinnig. Wenn eine Wohnung den Mieter wechselt, investiert das Unternehmen im Durchschnitt 6500 Euro.

Die Preissteigerungen haben eine Diskussion über die Wirksamkeit der sogenannten Mietpreisbremse ausgelöst. Die Mietervereine kritisieren die „Zahnlosigkeit“ der staatlichen Maßnahmen. Wenn ein Vermieter mehr als die erlaubten zehn Prozent bei einer Neuvermietung verlangt, kann der Mieter sich wehren. Viele trauen sich aber nicht, unter anderem, weil es eine Reihe von Ausnahmeregelungen gibt, etwa durch Modernisierungskosten. „Wer legt sich nach Bezug einer Wohnung gleich mit dem Vermieter an?“ fragt Reiner Wild, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins. hari
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.