In zehn Jahren zum Abitur

Olivia Dargel mit den Girlanden von der privaten Abifeier. (Foto: Ralf Drescher)

Johannisthal. Viele Berliner Schüler haben mit 16 Jahren noch zahlreiche Prüfungen vor sich. Olivia Dargel hat jetzt ihr Abiturzeugnis bekommen und kann mit dem Studium beginnen. Die Johannisthalerin ist vor wenigen Wochen 16 geworden.

„Meine Tochter hat schon mit fünf Jahren abends im Bett die Buchstaben gelernt. Olivia konnte schnell lesen und war in der Kita bald unterfordert“, erinnert sich ihre Mutter Kerstin Dargel. Die Tochter früher einzuschulen, war gar nicht so einfach. Der schulpsychologische Dienst fühlte sich für ein Kindergartenkind nicht zuständig und lehnte einen IQ-Test ab. „Ich fand einfach keinen Ansprechpartner“, ärgert sich Kerstin Dargel noch gut zehn Jahre später. Der von ihr angesprochene Schulleiter der Melli-Beese-Schule hatte dann ein Einsehen. Er nahm die noch nicht einmal sechs Jahre alte Schülerin auf, erst einmal zur Probe für sechs Wochen. Und dann durfte Olivia bleiben – und übersprang in der 6. und 7. Klasse noch jeweils ein halbes Schuljahr. Nach der Grundschule ging es ans Archenhold-Gymnasium. „Da habe ich mich immer wohl gefühlt. Meine zwei Jahre älteren Klassenkameraden haben oft vergessen, dass ich deutlich jünger bin. Kurz vor dem Abi sind einige schon mit dem Auto zur Schule gekommen“, erzählt Olivia Dargel.

In der Schule hatten es ihr die sogenannten MINT-Fächer – Mathematik und Naturwissenschaften – besonders angetan. Olivia hat Leistungskurse in Informatik und Biologie besucht und gemeinsam mit Mitschülern am Robocup teilgenommen.

Zur bestandenen Abiprüfung gab es eine kleine Feier im Familienkreis, in wenigen Wochen geht es mit der ganzen Familie nach Teneriffa. Und im Herbst fängt dann das Studium an. „Ich werde an der TU Berlin ein Orientierungsstudium für MINT-Fächer beginnen. Die Seminarscheine werden später für ein richtiges Studium anerkannt. Und ich habe Zeit, mich für eine Fachrichtung zu entscheiden“, sagt Olivia Dargel.

Als Studienort hat die Familie Berlin gewählt, weil das vieles einfacher macht. „Unsere Tochter darf ja noch keine Verträge unterschreiben, weil sie noch nicht volljährig ist“, sagt Kerstin Dargel. RD
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