Im Porträt: Ein Leben für die Feuerwehr

Theodor Bisping trägt seit 60 Jahren stolz die Feuerwehruniform. (Foto: Ralf Drescher)

Johannisthal. Seit vielen Jahren ist Theodor Bisping (78) nun schon Rentner. Seine Feuer-wehruniform hat der frühere Kraftfahrer jedoch nicht an den Nagel gehängt. In der Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Treptow ist er immer noch dabei.

An sein Eintrittsdatum kann sich Theo, wie ihn die Kameraden nennen, noch immer erinnern. Am 1. Mai 1956 war sein erster Tag in der Freiwilligen Feuerwehr Johannisthal. „Mein Bruder hatte mich geworben, ich war ausgebildeter Kraftfahrer, und die wurden als Maschinisten dringend gebraucht“, erzählt Theodor Bisping.

Damals war er nämlich Kraftfahrer beim VEB Medizintechnik und hat LKW und Busse gefahren. Bei der Feuerwehr saß er die nächsten Jahrzehnte dann hinter dem Lenkrad vom Horch H3A, vom Robur und vom bis zum Ende der DDR gefertigten W 50. An einige spektakuläre Einsätze erinnert sich Feuerwehrmann Bisping noch Jahrzehnte später. So steuerte Theo am 19. Mai 1958 das Feuerwehrauto auf den kleinen Müggelberg, um beim Brand des Müggelturms zu helfen. Und auch am 14. August 1972 wurden die Retter aus Johannisthal zur Absturzstelle einer Interflugmaschine nach Königs Wusterhausen alarmiert. „Noch während der Anfahrt wurden wir zur Feuerwache zurück beordert“, erzählt er.

DDR Brandschutzkontrollen

Zu seinen Aufgaben gehörten auch die in der DDR üblichen Brandschutzkontrollen. „Da haben wir bei Rentnern an der Wohnungstür geklingelt und überprüft, ob Wäsche oder Brennholz nicht am heißen Kachelofen getrocknet wurden.“

Seine Ausbildung zum Berufskraftfahrer kam ihm auch beim Fahrzeugpark der Freiwilligen Feuerwehr zugute. Da die offizielle Feuerwehrwerkstatt in Weißensee war, hat er als Fachmann kleinere Reparaturen oft selbst erledigt. „Die Gemeinschaft mit den Kameraden möchte ich nicht missen. Wir sind oft zusammen weggefahren oder haben uns zum Heringsessen getroffen“, erinnert er sich. Im Jahr 1993 ist er dann aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und Mitglied der Ehrenabteilung geworden. Deshalb hat er immer noch eine Feuerwehruniform im Schrank. Schwer getroffen hat den altgedienten Retter, dass 2004 seine Feuerwache in der Johannes-Werner-Straße aus Kostengründen geschlossen wurde. Viele der damaligen Kameraden gaben den Helm ab und verließen die Feuerwehr, andere wechselten in die Ehrenabteilung.

Heute trifft man sich in den Räumen der Berufsfeuerwehr am Sterndamm, die Freiwillige Feuerwehr Treptow führt die Tradition der ehrenamtlichen Retter fort. Mindestens einmal im Monat trifft sich Theodor Bisping dort mit seinen früheren Kameraden. Auf 60 Jahre im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr kann aber keiner von ihnen zurück blicken. Deshalb darf sich „Theo“ Ende April noch einmal in Schale – sprich Uniform – werfen. Seine Kameraden holen ihn dann zu einer Feierstunde, auf der er als einer der wenigen aus Treptow-Köpenick für seine 60-jährige Zugehörigkeit zur Berliner Feuerwehr geehrt werden soll. RD
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