Straße wurde nach Claus-Dieter Sprink benannt

Claus-Dieter Sprink. (Foto: Ralf Drescher)

Köpenick. Es ist keine mächtige Allee und auch keine Hauptstraße im Bezirk. Aber eine kleine Verbindung hinter Mittelpunktbibliothek und Museum Köpenick heißt jetzt Claus-Dieter-Sprink-Weg.

"Das hätte Herrn Sprink ganz bestimmt gefallen, er hätte es bestimmt nicht gewünscht, zu präsent zu sein", meint Stefan Förster. Der Vorsitzende des Heimatvereins ist einer der Initiatoren der Benennung. Claus-Dieter Sprink (1954-2006) war der hoch geachtete Leiter des Heimatmuseums Köpenick. 1991 übernahm Sprink, Elektronikingenieur und Heimatforscher aus Friedrichshagen, dieses Amt. Mit der ihm eigenen Akribie und auch politischem Sachverstand hatte er sich im früheren Bezirk Köpenick auch für die Aufarbeitung der jüngeren Vergangenheit eingesetzt. Köpenicker Geschichte, das waren für ihn nicht nur Schlossinsel und der Ganovenstreich des falschen Hauptmanns, sondern auch das menschenfeindliche Wirken der örtlichen Staatssicherheit. Als Sprink 1998 eine Ausstellung zur Stasi-Kreisdienststelle erarbeitete, ließ ein Stadtrat der PDS die Namen der Stasitäter überkleben, angeblich aus Datenschutzgründen. Sprink und viele andere protestierten, dem linken Zensor drohte fast der Rauswurf aus dem Bezirksamt und dann wurde die Ausstellung ein zweites Mal eröffnet. Nun wieder mit den gut lesbaren Namen der hauptamtlichen Spitzel.

"Wir setzen für einen Mann ein Zeichen, der sich dafür einsetzte, dass dem Bezirk Köpenick und später auch dem neuen Bezirk Treptow-Köpenick seine Denkmale und Wahrzeichen aus 800 Jahren Geschichte erhalten blieben und historische Namen nicht in Vergessenheit gerieten", sagte Bürgermeister Oliver Igel in seiner Rede zur Namensgebung.

Jetzt wird auch Sprinks Name nicht in Vergessenheit geraten. "Sein" Weg befindet sich in unmittelbarer Nähe seiner früheren Wirkungsstätte, des Museums Köpenick.

Sprink, Museumschef bis zu seinem frühen Tod 2006, ist auch unseren Lesern kein Unbekannter. Dank der guten Kontakte konnte die Berliner Woche 2002 als erste Zeitung über die Entdeckung eines Fluchttunnels in der Heidelberger Straße berichten. Und auch die Suche nach der Absturzstelle eines britischen Bombers im Köpenicker Wald wäre ohne den rührigen Museumsleiter nicht in Gang gekommen. Leider hat er es nicht mehr erlebt, wie im Winter 2006 am Waldburgweg die sterblichen Überreste eines über 60 Jahre vermissten britischen Soldaten geborgen wurden.

Claus-Dieter Sprink hat viele Spuren im Bezirk hinterlassen. Nun sogar auf einem Straßenschild nah bei "seinem" Museum.


Ralf Drescher / RD
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