50 Jahre 1. FC Union: von Höhen, Tiefen und treuen Fans

Am 5. Februar beginnt die Rückrunde. Dann werden die "Eisernen" und ihre treuen Fans die sportliche Erfolgsgeschichte fortsetzen. (Foto: 1. FC Union)
Berlin: Stadion an der Alten Försterei |

Köpenick. Was für eine Geschichte! 2016 ist für den 1. FC Union Berlin ein besonderes Jahr. Der Klub aus Köpenick feiert 50-jähriges Vereinsjubiläum.

Verschwunden geblieben ist bis heute die Gründungsurkunde des 1. FC Union. Fest steht: Am 20. Januar 1966 wurden Name und Logo auf der Gründungskonferenz präsentiert. Gelächter gab es, weil der Stoff, der alles verhüllen sollte, vorab herunterfiel.

Vereinsfarben rot-weiß

Die Wurzeln des Vereins jedoch liegen in Schöneweide. Bereits 60 Jahre zuvor, am 17. Juni 1906, schlossen sich drei kleine Berliner Fußballvereine, in denen größtenteils noch Schüler spielten, zum F.C. Olympia Oberschöneweide zusammen. Schon ein Jahr später, am 10. Februar 1907, bindet sich der Verein an den Deutschen Meister von 1905 – den BTuFC Union 1892. Bis 1920 wurde in Oberschöneweide trainiert. Dann zogen die Unioner in die Sportanlage Sadowa – das heutige Stadion An der Alten Försterei.

Das Kriegsgeschehen, der Kalte Krieg, die sportpolitischen und politischen Auseinandersetzungen bescheren dem Verein in den Folgejahren zahlreiche Umbenennungen. Am 20. Januar 1966 ist es so weit: Im Klubhaus des Trägerbetriebes VEB Transformatorenwerk wird aus der Fußballabteilung des TSC Berlin heraus der 1. FC Union Berlin mit rot-weißen Vereinsfarben gegründet. Es war der Auftakt für einen stets unangepassten Verein, der schon kurze Zeit später mit seinem ersten Aufstieg in die DDR-Liga am 15. Mai 1966 ankündigte, dass von den Spielern so Einiges zu erwarten wäre. Zwei Jahre danach feierte der Verein mit dem Sieg im FDGB-Pokal einen seiner größten Triumphe. 2:1 gewannen die Köpenicker rund um „Jimmy“ Hoge, „Ate“ Wruck und „Mäcki“ Lauck am 9. Juni 1968 das Finale gegen den Meister FC Carl Zeiss Jena. Dass die Sportler wegen der Spannungen um den russischen Einmarsch in Prag nicht am Europapokal teilnahmen, muss für sie eine schwere Entscheidung gewesen sein.

Auf dem Platz bestimmen weiter gefährliche Stürmer, grandiose Mittelfeldspieler, beherzte Verteidiger und erstklassige Torhüter das Spiel. Fußballgötter wie Olaf Seier, Lutz Hendel, Danile Teixeira, Tom Persich, Torsten Mattuschka sorgten bei Union für Schlagzeilen.

Zu einem der Besten gehört sicher Wolfgang Matthies. 253 Spiele bestritt er für Union. An die politische Willkür, mit der der Klub zu DDR-Zeiten beschnitten wurde, erinnert er sich noch gut. Wolfgang Wruck, Spieler in der Abwehr, war bei 209 Spielen dabei. Der DDR-Nationalspieler amtierte einige Zeit auch als Kapitän.

Fan ein Leben lang

Und die Fans? Es wurde gefiebert, gefeiert und gelitten – insgesamt fünf Abstiege und vier weitere Aufstiege erlebten sie mit. Sie sind treu von Anfang an. So waren sie dabei, als 1972 die Unioner mit Platz 5 die beste Platzierung in der DDR-Oberliga belegten. Sie schauten zu, als in der Saison 1976/77 der „Erzfeind” BFC zweimal mit 1:0 bezwungen wird. Am 31. Mai 1986 unterlagen die Unioner im DDR-Pokalfinale Lok Leipzig mit 1:5. Den Klassenerhalt schafften sie am 28. Mai 1988 am letzten Spieltag mit 3:2 in Karl-Marx-Stadt. 51 270 Fans kommen am 27. Januar 1990 ins Olympiastadion, um das erste Freundschaftsspiel nach der Wende gegen Hertha BSC (1:2) zu erleben. 1991 scheiterte Union in der Aufstiegsrunde zur 2. Liga. Seit 2008 spielen die Eisernen wieder in der 2. Liga mit.

Mögen sie heute Platz zwei hinter Hertha in der Stadt einnehmen, im Herzen Zehntausender Fans sind sie unbestritten die Nummer eins. Ihre Treue und ihren Enthusiasmus beweisen sie nicht nur in legendären Aktionen wie „Bluten für Union“, sondern auch mit ihrem Einsatz, das Stadion zu sanieren und neu zu bauen. Millionen konnte der chronisch klamme Klub so sparen.

Aufstieg? Nur eine Frage der Zeit

Das große Ziel, den Aufstieg in die 1. Bundesliga, haben die Unioner vor Augen. Ob bereits in diesem Jahr, ist fraglich. Joachim Sigusch sieht den Verein aber auf dem richtigen Weg. Es ist alles nur eine Frage der Zeit. Die Rückrunde in der 2. Bundesliga beginnt am 5. Februar mit dem Auswärtsspiel gegen Kaiserslautern.

Unzählige Geschichten und Bilder aus 50 eisernen Jahren ließen sich erzählen. Ein paar von ihnen werden in einer Ausstellung in der Alten Försterei gezeigt. Pokale, Medaillen, Urkunden und historische Fotografien aus 50 Jahren 1. FC Union Berlin erwarten die Besucher. Eine Anmeldung per E-Mail an touren@altefoersterei.berlin ist erforderlich.

Zu den Höhepunkten der eisernen Jubiläumswochen gehört die große Geburtstagsparty an der Volksbühne am Freitag, 29. Januar, ab 19 Uhr. Die gesamte Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz verwandelt sich in einen Club. Ganz nach Art des Hauses wird Jürgen Kuttner einen Videoschnipselvortrag halten, bevor prominente DJs dafür sorgen, dass bis tief in die Nacht getanzt wird. sabka

Möchten Sie Karten für das Heimspiel gegen den TSV 1860 München am 14. Februar, um 13.30 Uhr oder für eine öffentliche Stadionführung am 20. Februar, um 11 Uhr gewinnen?

Unter allen Teilnehmern werden jeweils fünfmal zwei Karten verlost.

Die Aktion ist bereits beendet!

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