Wirbel um einen Polizeieinsatz

Kreuzberg. Ein Polizeieinsatz vom 5. Juli am Görlitzer Park sorgt inzwischen für heftige Debatten. Schuld daran sind im Internet aufgetauchte Videoaufnahmen, die ein ziemlich hartes Durchgreifen einiger Beamten zeigen.

Zu sehen ist, wie ein Mann zu Boden gebracht und auch geschlagen wird. Eine Sequenz beginnt mit der rüden Aufforderung "Ausweis her" eines Polizisten an diese Person.

Die Polizei verteidigt ihr Vorgehen. Die Bilder dokumentieren nur einen Teil des Geschehens, hieß es in einer Pressemitteilung. Der Mann habe zuvor die Ermittlungen gestört und mehrfache Aufforderungen ignoriert, den Platz zu verlassen. Zudem hätten sich auch andere Personen eingemischt und seien auf die Einsatzkräfte losgegangen. Zwei Fahrräder seien in Richtung der Beamten geschleudert worden. Sechs Kollegen wurden verletzt, einer musste im Krankenhaus behandelt werden.

Die öffentliche Diskussion konnte diese Information nicht stoppen. Rund eine Million Mal wurden die Videos bisher im Netz angesehen. Dazu kamen Aussagen von Zeugen, die auch vom Einsatz von Reizgas berichteten. Die Polizei erklärte wiederum, ihre Beamten seien mit Pfefferspray attackiert worden.

Auch von den Oppositionsparteien im Abgeordnetenhaus gab es teilweise heftige Kritik. Nach Ansicht des Piraten Christopher Lauer liege hier zumindest der Anfangsverdacht einer Körperverletzung im Amt vor. In dieser Richtung sind inzwischen auch mehrere Anzeigen eingegangen. Und nicht nur Lauer verlangt als Konsequenz aus dem Vorfall das Einrichten einer unabhängigen Beschwerdestelle.

Andere Stimmen verweisen wiederum auf die Situation, der die Einsatzkräfte gerade in Kreuzberg häufig ausgesetzt seien. Immer wieder komme es dort zu Übergriffen auf Beamte. Und auch der nahe zeitliche Bezug zum tagelangen Ausnahmezustand rund um die Gerhart-Hauptmann-Schule wird hergestellt.

Auslöser für den Vorfall am 5. Juli war übrigens eine Schlägerei, bei der es einen Verletzten gegeben hat. Zeugen hatten deshalb die Polizei gerufen.


Thomas Frey / tf
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