Bezirk gibt Seniorenwohnhäuser ab

Die Seniorenwohnanlage in der Mudrastraße soll verkauft werden. (Foto: K. Menge)

Lankwitz. Der Bezirk stößt seine Seniorenwohnhäuser ab. Die schwarz-grüne Zählgemeinschaft in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) folgte auf der jüngsten Sitzung einer Vorlage des Bezirksamtes.

Mit dem Beschluss ist der Weg frei für die Abgabe der bezirklichen Seniorenwohnungen und stimmte der Abgabe der Wohnanlage in der Mudrastraße an die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) zu. Sie soll die Wohnhäuser mittels Direktvergabe an städtische Wohnungsbaugesellschaften verkaufen. Betroffen sind ebenfalls die Wohnhäuser in der Tautenburger Straße und Dreilinden.

Die Verordneten von SPD und Piraten sprachen sich gegen den Vorschlag aus. Georg von Boroviczeny von den Piraten hielt dem Bezirk vor, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Isabel Miels, stellte fest: „Hier wird Wohnraum vernichtet.“

Die in der Vorlage festgelegte Bedingung, die Wohnhäuser zweckbindend für Seniorenwohnen zu erhalten, hält die SPD-Verordnete für völlig unrealistisch. Dies sei aus ihrer Sicht spätestens seit dem Besuch einer Vertreterin des Wohnungsunternehmens Degewo im Haushaltsausschuss klar. „Die Häuser werden mit hoher Wahrscheinlichkeit abgerissen und durch Neubauten ersetzt“, erklärte Miels. Ob dort noch einmal seniorengerechte Sozialwohnungen entstehen, sei fraglich.

Verordnete von CDU und Grüne erklärten, dass die Wohnungen eine große ökonomische Belastung für Steglitz-Zehlendorf darstellten. Der Gebäudekomplex Mudrastraße 1, 5, 9 und 11 befinde sich in einem baulich desolaten Zustand.

Allein die dringlichsten Sanierungsmaßnahmen würden Kosten von etwa acht Millionen Euro verursachen. Weitere Investitionen seien nötig: Veränderungen der Wohnungszuschnitte, die Renovierung und Ausstattung aller Wohnungen mit Bädern sowie die Erneuerung der Aufzugsanlage.

Die zu erwartenden Einnahmen nach umfassender Sanierung würden die hohen Investitionskosten nicht rechtfertigen. Zudem verwies die Zählgemeinschaft darauf, dass es keine Pflichtaufgabe des Bezirks sei, Wohnungen für Senioren vorzuhalten. KM
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