Ein Wegweiser zeigt die schönsten Seiten des Alt-Bezirks

Rolf Meyerhöfer vor einem der Wahrzeichen von Hohenschönhausen, dem Bürgerschloss in der Hauptstraße 44. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Was meint der Hohenschönhausener, wenn er von der "Zitrone" spricht? Diese und andere Fragen beantwortet der Wegweiser "Hohenschönhausen neu gesehen. Eine Anleitung zum Selbsterleben".

"Die Klischees kennen alle Berliner: Stasi, graue Platte", sagt Rolf Meyerhöfer. Der Stadthistoriker möchte jedoch ein anderes Bild vermitteln. Er beschäftigt sich seit Jahren mit der Geschichte Hohenschönhausens, das erst 1984 ein eigenständiger Berliner Bezirk wurde und dieses Status schon 18 Jahre später wieder verlor.

Meyerhofer kennt die schönsten Seiten der Region und weiß vor allem Bescheid über die Historie. "Es war die Straßenbahn, die diesen Teil der Stadt Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt gemacht hat. 1899 wurde Hohenschönhausen dank der Elektrischen erschlossen", weiß Meyerhöfer. Während heute viele junge Menschen nach Berlin-Mitte pilgern, umParty zu machen, zog es die Tanzwütigen in den 1920ern nach Hohenschönhausen ins "Storchnest".

Was einst war, könnte wieder werden. Denn der Stadtteil wird langsam wiederentdeckt - nicht nur als angenehme Wohnstätte. Die Bar im Wasserturm am Obersee ist zum Beispiel ein Anziehungspunkt weit ab vom Stadtzentrum geworden. Darüber hinaus bietet Hohenschönhausen mit seiner Natur und Kultur auch ruhigere Erholungs- und Erlebnismöglichkeiten.

"Es gibt viele neue Anwohner, denen wir die Gegend nahe bringen wollen", sagt Meyerhöfer. Den Orankesee und den Obersee kennen viele. Doch was ist mit dem Japanischen Kirschgarten am Hagenower Ring? Oder dem zitronengelben Hochhaus in der Falkenberger Chaussee oder dem Mühlenradbrunnen am Rotkamp? Diese Dinge zu entdecken hilft der Wegweiser, der vom Verein "Ball" herausgegeben worden ist.

Vielfalt der Kieze

Rolf Meyerhöfer selbst lebt seit 30 Jahren hier. Ihn faziniert vor allem die Vielfalt der Kieze. Diese Facetten hat Meyerhöfer mit dem Autoren-Team Knut Käpernick und Gunnar Müller auf 84 Seiten zusammengetragen. Hinweise zu den einzelnen Institutionen, Vereinen und zur Verkehrsanbindung erleichtern den Nutzern die Orientierung. Ein kleines biografisches Ortslexikon zählt die wichtigsten Persönlichkeiten auf, die mit Hohenschönhausen verbunden sind. Außerdem gibt es Wissenswertes über die Geschichte zu erfahren. Viele Illustrationen, darunter historische Fotografien, ergänzen die Broschüre.

Das Heft "Hohenschönhausen neu gesehen" ist in einer Auflage von 2000 erschienen und ist kostenlos zu haben - bei der Wohnungsbaugesellschaft Howoge, den Wohnungsgenossenschaften Humboldt-Universität, Neues Berlin und Friedrichshain sowie im Schloss Hohenschönhausen in der Hauptstraße 44.

Infos beim "Förderverein Schloß Hohenschönhausen" unter 97 89 56 00

Karolina Wrobel / KW
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