Den ganzen Tag nur Stulle: Viele Schüler müssen ohne Essensversorgung auskommen

Lichtenberg. Mehr als 200 Schüler im Bezirk werden seit Ende Juli vergangenen Jahres an ihren Schulen nicht mehr mit warmem Essen versorgt. Schuld ist die Insolvenz einer Caterer-Firma – aber nicht allein.

Betroffen sind rund 140 Schüler der Gutenberg-Oberschule in der Sandinostraße 10. Wie ein Antrag der Fraktion Die Linke in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) offenbart, gibt es auch Probleme in der George-Orwell-Oberschule, Sewanstraße 223, der Mildred-Harnack-Schule, Schulze-Boysen-Straße 12, und der Schule am Rathaus, Rathausstraße 8. Insgesamt geht es um 212 Schüler. Die Linke fordert das Bezirksamt auf, schnell eine Lösung zu finden.

Doch neue Caterer können das Problem nur teilweise beheben, das zeigt das Beispiel der Gutenberg-Oberschule. Fast zwei Jahrzehnte belieferte die insolvente Firma aus Beeskow die Schüler dort mit warmem Essen. "Es gibt viele Anbieter, die bei uns weitermachen wollen", sagt Schulleiter Gerhard Bethke. "Allerdings ist in unserer Schule im Rahmen der Essensausgabe seit 1999 baulich nichts verändert worden. Neue Anbieter haben heute andere Anforderungen, etwa an elektrische Anschlüsse." Ähnlich geht es in der Mildred-Harnack-Schule zu. Auch sie ist von der Caterer-Insolvenz betroffen und beklagt bauliche Defizite. Doch die Schule hat eine Zwischenlösung gefunden: "Im Nachbarschaftshaus "Kiezspinne" werden unsere Siebt- und Achtklässler versorgt. Das ist auch der größte Anteil der Schülerschaft, der die Mahlzeiten in Anspruch nimmt", so Schulleiter Uwe Schmidt.

Wilfried Nünthel (CDU) verspricht, in allen Fällen nach Lösungen zu suchen. "Die Gutenberg-Schule soll baulich so verändert werden, dass eine Essensausgabe wieder möglich wird", so der Schulstadtrat. Schon im Februar soll es hier wieder warmes Essen geben.

An den anderen Schulen ist eine schnelle Lösung dagegen noch nicht in Sicht. Denn es gibt noch ein weiteres Problem: "Die Nachfrage von Schülern ist für Caterer entscheidend", meint Nünthel. Die sei oft gering: An der Schule am Rathaus etwa gab es bis zuletzt nur zwei Schüler von 334, welche die Essensversorgung in Anspruch nahmen.

Der Antrag der Linksfraktion wird am 19. Januar in der BVV diskutiert – von 17 Uhr an in der Max-Taut-Aula, Fischerstraße 36. KW
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