Urteil zur Dresdner Bahn steht kurz bevor

Der Unternehmer Rainer Welz prophezeit „turbulente Zeiten“ in Lichtenrade, sollte die Deutsche Bahn mit ihren Plänen durchkommen. (Foto: Thomas Moser)
Berlin: Bahnhofstraße Lichtenrade |

Lichtenrade. Kommende Woche fällt ein für Lichtenrade unter Umständen entscheidendes Urteil. Am 14. und 15., möglicherweise auch noch am 16. Juni, wird vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Klage der Bürgerinitiative Dresdner Bahn gegen die Deutsche Bahn verhandelt.

„Sollte das Bundesverwaltungsgericht den Planfeststellungsbeschluss zur Dresdner Bahn bestätigen, werden turbulente Zeiten für die Bahnhofstraße und die Einwohner Lichtenrades anbrechen“, prophezeit Rainer Welz. Dem Lichtenrader Logistik-Unternehmer und Ehrenvorsitzenden der Mittelstandsvereinigung der CDU (MIT) schwant Schreckliches. Aus seiner Sicht wird „Urbanität zerstört, die am Ende mit großem Aufwand wieder repariert werden muss“. Vor allem ärgert sich Welz über das vermeintliche Versagen beziehungsweise Aussitzen der „Politik auf allen Ebenen“, im Bund, Land und Bezirk. „Statt im Vorfeld zu agieren, wartet man lieber auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts.“ Aufgrund der Kürze der noch verbleibenden Zeit, dürfte sich daran wohl auch nichts Entscheidendes mehr ändern.

Wie mehrfach berichtet, fordert die Bürgerinitiative Dresdner Bahn seit gut 20 Jahren, die Bahngleise in einen im Schildvortrieb gegrabenen Tunnel unter Lichtenrade hindurch zu verlegen. Die Deutsche Bahn plant hingegen, die Gleise für die Hochgeschwindigkeitszüge parallel zu den S-Bahngleisen ebenerdig und quer über die Bahnhofstraße und durch den Ortsteil zu bauen. Nach diesen Planungen soll die Bahnhofstraße während der jahrelangen Bauzeit, außer für den Baustellenverkehr, voll gesperrt und der Verkehr über die Hilbertstraße und Wolziger Zeile sowie den Schichauweg umgeleitet werden. Der Pfarrer-Lüdkehaus-Platz, heute Haltestelle für fünf Buslinien sowie Endhaltestelle, ist als Lagerplatz für Gerätschaften und Baumaterial vorgesehen. Dagegen klagt die Bürgerinitiative nun in Leipzig. Jetzt ruhen die letzten Hoffnungen der Betroffenen darauf, dass das Bundesverwaltungsgericht die ebenerdigen Bahnpläne kommende Woche durchkreuzen möge und stattdessen vielleicht gleich den Weg zum geforderten Tunnel ebnet. HDK
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