Steiniger Weg zu neuer Gastronomie
Anbau vom Landhaus Lichtenrade inzwischen abgerissen

Mit frisch gestrichener Fassade kann sich das Landhaus Lichtenrade wieder sehen lassen. Rechts daneben wurde der Anbau abgerissen.
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  • Mit frisch gestrichener Fassade kann sich das Landhaus Lichtenrade wieder sehen lassen. Rechts daneben wurde der Anbau abgerissen.
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„Jeder Lichtenrader hat zu dem Gebäude eine Familiengeschichte zu erzählen“, meint Karin Dancke von der UTB Projektmanagement GmbH. Die Sanierung des Landhauses Lichtenrade an der Bahnhofstraße soll dafür sorgen, dass dort auch künftig wieder Geschichten erzählt werden können.

Noch türmen sich rund um das seit Februar 2012 denkmalgeschützte Haus Trümmerhaufen auf. Anfang Juli wurde in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt der alte Anbau abgerissen. Dieser konnte nach jahrzehntelangem Leerstand nicht mehr gerettet werden. „Das Dach war eingefallen. Drinnen wuchsen Pilze aus dem Parkett und das Moos zentimeterhoch“, schildert Dancke. Dort, wo der Anbau war, ist aktuell nur noch ein großes Loch. Zu sehen sind bei unserem Besuch auf der Baustelle lediglich noch die Pissoirs an der gefliesten Wand der früheren Herrentoilette, die sich im Untergeschoss befand. Der neue Anbau befindet sich in der Planung und soll wie in vergangenen Zeiten auch in Zukunft wieder für die Gastronomie genutzt werden.

Bereits im Jahr 1894 wurde das Landhaus Lichtenrade eröffnet. In unmittelbarer Umgebung der Alten Mälzerei diente es als Probierstube für die Schlossbrauerei Schöneberg. Dazu gehörte auch ein Biergarten. „Die Legende besagt, dass die Lindenbäume so geplant wurden, dass jeweils eine Biergartengarnitur dazwischen gepasst hat“, berichtet Karin Dancke. Dass sich der Biergarten direkt vor dem noch heute existierenden Wohnhaus, der sogenannten Wohnscheibe, befand, habe damals zu Konflikten geführt. Der künftige Biergarten soll daher auf der anderen Seite des Gebäudes eröffnen. Dafür wird ein neuer Zugang von der Bahnhofstraße geplant, während die Deutsche Bahn direkt daneben im Zuge des Ausbaus der Dresdner Bahn in den kommenden Jahren eine Unterführung und Schallschutzmauer bauen wird. Vor der Wohnscheibe ist ein neuer, öffentlicher Stadtplatz geplant. Dafür wird auch noch der Zaun verschwinden, der das Areal derzeit von der Bahnhofstraße abgrenzt.

Viele Anwohner werden sich freuen

Das Landhaus selbst wird neben der Gastronomie im Erdgeschoss mit zwei Gästewohnungen ausgestattet – jeweils eine im ersten und zweiten Obergeschoss. Die Außenfassade wurde Anfang Juli beige, der „Farbe von damals“, gestrichen. Bis in die 70er-Jahre hinein war das Landhaus als Restaurant und Tanzsaal in Betrieb. Bei den Lichtenradern war es auch als „Haus Buhr“ bekannt. Die Familie Buhr jedoch überließ das Gebäude irgendwann sich selbst. 2017 kamen schließlich Thomas Bestgen und seine Frau Jutta Grünewald und kauften das Haus, nachdem sich Bestgen und seine UTB Projektmanagement GmbH bereits ein Jahr zuvor die Alte Mälzerei gesichert hatten. Dass die neuen Eigentümer das Landhaus Lichtenrade wieder zum Leben erwecken wollen, dürfte viele Anwohner freuen. Immerhin mussten sie auf dem Weg zum S-Bahnhof Lichtenrade stets auf eine wenig ansehnliche Ruine blicken. „Das einzig Gute, was hier in Lichtenrade entsteht“, meint ein Passant, der kurz stoppt, sarkastisch.

Das Dach wurde inzwischen erneuert, die Deckenbalken ausgetauscht, der Boden ausgebessert. Dennoch ist das Landhaus Lichtenrade weiter eine einzige Baustelle, wie an den Baugerüsten und Planen unschwer zu erkennen ist. Ein Termin zur Wiedereröffnung des traditionsreichen Landhauses könne leider noch nicht seriös vorhergesagt werden, meint Sabrina von der Heide, bei der UTB zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Die Eröffnung der Alten Mälzerei hingegen sei weiterhin für Ende dieses Jahres geplant.

Autor:

Philipp Hartmann aus Tempelhof

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