Märkische Scholle setzt auf auf Hanf als Dämmstoff

Andreas Kamp stellt die Nutzpflanze Hanf als Öko-Dämmstoff vor. (Foto: K. Menge)

Lichterfelde. Wer Hanf hört, denkt wohl als erstes an Cannabis und Marihuana und deren berauschende Wirkung. Doch nicht jeder Hanf löst eine Rauschwirkung aus. Als Nutzhanf ist er vielseitig und ökologisch einsetzbar. Die Wohnungsbaugenossenschaft Märkische Scholle verwendet beispielsweise Hanf als Öko-Dämmung.

Die Genossenschaft saniert derzeit ihre Wohnhäuser mit 860 Wohnungen in der Schwelmer Straße in Lichterfelde Süd. Zudem baut sie 140 neue Wohneinheiten. Bei der bereits mehrfach prämierten Modernisierung kommt Hanf zum ersten Mal in Deutschland im mehrgeschossigen Wohnungsbau zum Einsatz. An einem Gebäude der Wohnanlage werden derzeit an den Außenwänden Hanf-Platten angebracht.

„Hanf weist nicht nur bei der Ökobilanz sehr gute Werte auf. Als Dämmstoff bekommt er auch für seinen sommerlichen Hitzeschutz und die schalltechnischen Eigenschaften ein Sehr Gut. Zudem ist Hanf recyclingfähig und regional verfügbar“, erläutert Andreas Kamp von der Firma Caparol die Vorzüge dieses Rohstoffes.

Inwieweit Hanf als Dämmstoff mit anderen Stoffen mithalten kann, testet die Märkische Scholle ebenfalls in dem Pilotprojekt: An den Außenwänden von fünf baugleichen Gebäuden werden Wärmedämm-Verbundsysteme angebracht, die theoretisch alle die gleichen Dämmwerte haben. Jedoch bestehen alle aus unterschiedlichen Materialien. Neben Hanf sind das EPS, Mineralwolle und Holzweichfaser.

„Im Rahmen des Projektes messen wir drei Jahre lang ständig die Oberflächentemperatur im Sommer und im Winter sowie den Feuchtigkeitsverlust und vergleichen die Werte“, erläutert Kamp. Der Ingenieur ist Marketing-Leiter bei Caparol. Das Unternehmen stellt in Österreich Dämmplatten aus Nutzhanf her und erprobte das Material bereits in verschiedenen Bauprojekten in Österreich.

„Hanf ist der ökologischste Dämmstoff derzeit. Er verfügt über eine hervorragende Ökobilanz. Der Rohstoff wächst besonders schnell ohne besonderen Dünger oder den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln“, erklärt der Ingenieur.

Außerdem wird die Pflanze äußerst effizient genutzt: Bis zu 97 Prozent werden zur Herstellung von Nahrung, Arznei und Kleidung verwertet. Für die Dämmplatten kommen ausschließlich die Stängel, also das Stroh zum Einsatz. KM
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