Auf den 90. Geburtstag vorbereiten: Ehrung für Charlotte von Mahlsdorf - Festveranstaltung geplant

Der 90. Geburtstag von Charlotte von Mahlsdorf (1928-2002) soll im kommenden Jahr gefeiert werden. (Foto: Klaus Teßmann)
Berlin: Gründerzeitmuseum Mahlsdorf |

Mahlsdorf. Eine der bekanntesten Persönlichkeiten aus dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist Charlotte von Mahlsdorf. Im kommenden Jahr wäre sie 90 Jahre alt geworden.

Der Förderverein Gutshaus Mahlsdorf wird dieses Jubiläum würdig begehen. Gemeinsam mit dem Bezirksamt wird es eine Festveranstaltung zum 90. Geburtstag geben und eine Straße im neuen Wohngebiet an der Pilgramer Straße – gegenüber vom Gründerzeitmuseum Mahlsdorf – soll nach Charlotte von Mahlsdorf benannt werden. Das haben die Bezirksverordneten schon vor der Sommerpause beschlossen.

Charlotte von Mahlsdorf war als Lothar Berfelde am 18. März 1928 in Mahlsdorf geboren worden. Sie starb am 30. April 2002. Ihr Lebenswerk aber bleibt. Als Charlotte von Mahlsdorf 1997 Berlin verließ und mit einem Teil ihrer Sammlung nach Schweden ausgewandert ist, hat der Förderverein Gutshaus Mahlsdorf das Gründerzeitmuseum übernommen. Seit dem führen die Mitglieder des Vereins die Besucher durch das Museum und damit durch die Geschichte der Stadt Berlin.

Charlotte von Mahlsdorf hat mit ihrer Sammlung von Möbeln, Einrichtungsgegenständen und mechanischen Musikmaschinen der Nachwelt die größte Gründerzeitsammlung hinterlassen. Sie wollte den Besucher zeigen, wie die Menschen in der Gründerzeit gelebt haben. Es ist die Zeit der großen Industrialisierung, die Zeit des Übergangs von der handwerklichen Produktion zur industriellen Fertigung. Für Berlin ist es aber auch die Zeit, in der Berlin zur deutschen Hauptstadt und zur Millionenstadt aufgebaut wurde.

Der Förderverein hat in den vergangenen Jahren das Vermächtnis von Charlotte von Mahlsdorf erfüllt. Sie hatte immer den Traum, das alte Gutshaus in alter Pracht wieder erstehen zu lassen. Der Förderverein hat es geschafft. Zum 10. Vereinsjubiläum im Frühjahr 2007 wurden von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Bezirk die Mittel bewilligt, um das Haus und die Museumsräume zu sanieren. Im November 2007 haben dann offiziell die Sanierungsarbeiten begonnen.

Zunächst wurden nur die Zimmer der wohlhabenden Berliner ausgestellt. Aber in dieser Gründerzeit gab es einen krassen Gegensatz zwischen arm und reich. So hat der Förderverein in den vergangenen fünf Jahren weitere Räume saniert. In vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit wurden drei Kücheneinrichtungen aufgebaut, dazu gehören die herrschaftliche Küche, die Arbeiterwohnküche und die Küche der Lesben- und Schwulenkneipe „Mulackritze“. Auch in der Waschküche können sich die Besucher davon ein Bild machen, wie schwer die Hausarbeit vor über 120 Jahren gewesen ist. Die Mägdestube hinter der herrschaftlichen Küche rundet dieses Bild ab.

Die Besucher kommen nicht nur aus Berlin und aus dem Bundesgebiet. Mit dem Theaterstück „I Am My Own Wife“ hat der amerikanische Autor Doug Wright Charlotte von Mahlsdorf ein literarisches Denkmal gesetzt. Das Stück ist inzwischen schon in über 25 Ländern rund um den Globus aufgeführt worden. Damit kamen auch immer wieder Besucher aus vielen Ländern – von Lateinamerika über die nordischen Länder bis nach Australien. KT
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