Bezirksamt will das "Haus der Befreiung" zum Verkauf freigeben

Marzahn. Das Bezirksamt will das "Rote Haus" loswerden. Der Sitz der Erziehungs- und Familienberatung ist marode. Der Standort soll endgültig verlagert werden.

Der Name "Rotes Haus" hat keinen unmittelbar politischen Hintergrund. Er bezieht sich im Volksmund auf die Farbe der Fassade des Gebäudes Landsberger Allee 563. In den Unterlagen des Bezirksamtes wird das Gebäude unter "Haus der Befreiung" geführt. Dieses oder ein anderes, damals nahebei stehendes Gebäude war das erste Haus der damaligen Reichshauptstadt, das im April 1945 von der Sowjetarmee erobert wurde.

Daran erinnert eine kyrillische Inschrift an der Fassade des Hauses.

Seit 1991 ist es Sitz der Marzahner Erziehungs- und Familienberatung. Im November vergangenen Jahres wurde das Dachgeschoss des Hauses wegen Einsturzgefahr geschlossen. Im Erdgeschoss finden nur noch Beratungen statt. Das Büro der Erziehungs-und Familienberatung zog in das Jugendberatungshaus XXL in die Landsberger Allee 565 um.

Die Linke in der Bezirksverordnetenversammlung wollte das Haus sanieren lassen. Es habe große historische Bedeutung. Zudem seien die Besucher gewöhnt, hier die Erziehungs- und Familienberatungsstelle vorzufinden, hieß es in einem Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung. Eine Mehrheit beschloss jedoch auf der jüngsten Sitzung, dass das Bezirkamt das Gebäude nur als Gedenkort erhalten soll.

Zu diesem Zeitpunkt hatte jedoch das Bezirksamt längst entschieden, kein Geld für die Sanierung des Hauses der Befreiung bereitzustellen. Die Sanierung des Dachgeschosse würde nach Schätzungen des Bauamtes zwischen 750 000 und einer Million Euro kosten. "Das Geld haben wir einfach nicht", sagt Immobilienstadtrat Stephan Richter (SPD).

Es gab bereits Gespräche mit Wohnungsgesellschaften, die sich für die Immobilie interessieren. Sie können sich in dem Haus einen Mietertreff vorstellen. Auch für die anliegenden Parkplätze gibt esInteressenten. Gleichzeitig sucht das Bezirksamt nach einem neuen Standort für die Erziehungs- und Familienberatung. Sobald er gefunden ist, wird die Immobilie zum weiteren Verkauf an das Berliner Immobilienmanagement (BIM) übergeben.


Harald Ritter / hari
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.