Bürgermeister Stefan Komoß über Flüchtlinge, IGA und Pläne für 2015

Bürgermeister Stefan Komoß (SPD). (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) zeigte sich vor dem Jahreswechsel betroffen und herausgefordert durch die Aufmärsche gegen das Containerdorf für Flüchtlinge in der Schönagelstraße. Mit ihm sprach Berliner-Woche-Reporter Harald Ritter über das zurückliegende und das kommende Jahr.

Herr Komoß, 2013 haben Sie das Resümee gezogen, dass sich die Lage um das Flüchtlingsheim in Hellersdorf normalisiert hat. Was sagen Sie angesichts der Entwicklungen um das geplante Containerdorf in der Schönagelstraße?

Stefan Komoß: Nach wie vor bin ich froh darüber, dass die Lage um das Flüchtlingsheim an der Carola-Neher-Straße in Hellersdorf ruhig ist. Die Anwohner haben sich an die neuen Nachbarn gewöhnt und erlebt, dass gute Nachbarschaft möglich ist. Ich hoffe, dass wir in Marzahn in der Schönagelstraße eine ähnliche Entwicklung haben werden. Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf bemüht sich sehr, die Anwohner über alle bekannten Informationen zu unterrichten und mögliche Ängste und Vorbehalte abzubauen.

Waren Sie von der Entwicklung um die Schönagelstraße überrascht?

Stefan Komoß: Ich gehe davon aus, dass bei jedem neuen Standort die Anwohner immer wieder Fragen haben und Informationen benötigen. Neu bei der Debatte um das Heim in Marzahn ist, dass organisierte Rechtsextreme aus ganz Deutschland anreisen und gezielt im Bezirk Marzahn-Hellersdorf versuchen ihre menschfeindliche Vorstellung publik zu machen.

Wo steht der Bezirk nach diesem weiteren Jahr?

Stefan Komoß: Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf hat sich gut entwickelt. Die Jugendarbeitslosigkeit konnte um nahezu 50 Prozent im Vergleich zu 2011 gesenkt werden und liegt unter zehn Prozent. Die Vorbereitungen für die IGA 2017 haben begonnen, Gestalt anzunehmen. Bei der Sanierung des Schlosses Biesdorf konnte noch im Dezember Richtfest gefeiert werden. Der Clean-Tech-Business Park als größte Ansiedlungsfläche für Industrie in Berlin entwickelt sich planmäßig. Das sind nur einige von vielen Erfolgsgeschichten.

Wir haben einen neuen Regierenden Bürgermeister. Was wünschen Sie sich von diesem für die Berliner Bezirke, für Ihren Bezirk?

Stefan Komoß: Ich wünsche mir vor allem das Verständnis dafür, dass die Bezirke in Berlin die meisten Leistungen für die Bürger bringen. Sie benötigen dafür ausreichend Personal und eine gesicherte finanzielle Basis. Ich hoffe auf Verständnis beim neuen Regierenden Bürgermeister und dem neuen Berliner Senat.

Was werden Sie als Erstes tun, wenn Sie im neuen Jahr Ihr Büro betreten?

Stefan Komoß: Ich werde kurz innehalten und mich darauf besinnen, dass 2014 ein gutes Jahr war und ich einen Beitrag leisten möchte, dass 2015 sich ebenfalls gut entwickelt.

Was sind Ihre Prioritäten im neuen Jahr?

Stefan Komoß: Ich werde die im vergangenen Jahr erfolgreich begonnenen Maßnahmen fortsetzen. Schwerpunkte werden dabei die weitere Senkung der Jugendarbeitslosigkeit sein, gerne mit uns als Modellbezirk für die Jugendberufsagentur, die weitere Steigerung der Attraktivität als Wirtschaftsstandort und die Verbesserung der Infrastruktur für die Bürger.

Ende vergangenes Jahr kündigten Sie an, nach einer schweren Operation gelassener an die Arbeit gehen zu wollen. Hat das geklappt?

Stefan Komoß: Es hat geklappt. Mein Motto der heiteren Gelassenheit hat mich durch das erste Jahr nach der schweren Operation getragen, die Unterstützung von vielen Menschen in meinem Umfeld und der Kollegen hat ebenfalls sehr geholfen. Dafür bin ich sehr dankbar.


Harald Ritter / hari
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1 Kommentar
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Sigrid Schwesig aus Kaulsdorf | 13.01.2016 | 16:04  
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