Ein Bezirk mit zwei Gesichtern: Hochhäuser grenzen an Einfamilienhäuser

Das sind die Großsiedlungen in Marzahn und Hellersdorf: Ein Blick vom Balkon, wie hier von Neubauten am Wiesenpark, ins Grüne. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Der Bezirk am östlichen Rand der Hauptstadt ist im Berliner Vergleich in mancher Hinsicht Durchschnitt. Aber er ist auch in vieler Hinsicht anders, als das Menschen außerhalb seiner Grenzen erwarten.

Marzahn-Hellersdorf hat bundesweit das Image der ostdeutschen Plattenbausiedlung an sich. Und tatsächlich befinden sich hier mit den Großsiedlungen von Marzahn und Hellersdorf die meisten Mietshäuser, die im Zuge des Wohnungsbauprogramms während der DDR gebaut wurden. Von den inzwischen über 264 000 Einwohnern des Bezirks leben rund zwei Drittel in solchen Wohnungen. Diese sind allerdings zum überwiegenden Teil modernisiert. Auch die meisten der ehemals grauen „Platten“ wirken heute bunt und äußerlich ansprechend.

Immerhin ein Drittel der Bewohner von Marzahn-Hellersdorf lebt in den Einfamilien- oder Reihenhäusern in den ehemaligen Dörfern Biesdorf, Mahlsdorf und Kaulsdorf. Es handelt sich um das größte zusammenhängende Siedlungsgebiet in Europa. Die Familieneinkommen liegen hier zum Teil weit über dem Berliner Durchschnitt. Die Einwohnerzahlen steigen kontinuierlich, wobei der Anteil von Familien mit Kindern stetig wächst. Marzahn-Hellersdorf ist auch ein Bezirk der Häuslebauer.

Trotz steigender Zahlen von Familien mit Kindern nimmt das Durchschnittsalter der Einwohner des Bezirks kontinuierlich zu. Noch 1991 lag es mit rund 30 Jahren etwa zehn Jahre unter dem damaligen Berliner Durchschnitt. Inzwischen liegt es mit fast 44 Jahren ein wenig über dem Berliner Durchschnittswert. Das hängt damit zusammen, dass vor rund drei Jahrzehnten in großer Zahl jüngere Menschen mit meist kleinen Kindern in die Neubauwohnungen von Marzahn und Hellersdorf zogen. Diese Generation nähert sich nun zunehmend dem Rentenalter. Marzahn-Hellersdorf ist auch ein Bezirk der Großeltern.

Die Kinder, die inzwischen selbst Kinder haben, bleiben meist gern in den Neubaugebieten wohnen. Das nicht nur, weil die Mieten in anderen Berliner Bezirken meist viel höher sind. Wer hier aufgewachsen ist, weiß das viele Grün in der Umgebung, die vergleichsweise gute Versorgung mit Kita- und Schulplätzen und die in der Regel hervorragenden Verkehrsverbindungen in die Innenstadt zu schätzen.

Bei den Haushaltseinkommen liegen die Bewohner des Bezirks mit rund 1725 Euro laut dem aktuellen Sozialbericht ganz nahe am Berliner Durchschnitt. Vier von zehn Haushalten verfügen über unter 1500 Euro monatlich, etwa genauso viele über 1500 bis 3200 Euro im Monat. Fast jeder fünfte Haushalt hat ein Einkommen über 3200 Euro. Die Arbeitslosenquote lag im August bei 7,5 Prozent, in ganz Berlin bei 8,8 Prozent. hari
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