Planer wollen Verkehrsprobleme lösen und Attraktion schaffen

Michael Tanzer (l.), Vertriebsleiter, und Michael Seeber, Geschäftsführer der Leitner-Gruppe, stellten die Gondeln auf der Innotrans vor. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Die Seilbahn über den Kienberg ist eins der größten Infrastrukturprojekte zur IGA 2017. Von ihr erwarten sich die Veranstalter eine Lösung der Transportprobleme. Die Firma Leitner stellte die Bahn im September auf der Verkehrsmesse Innotrans im ICC vor.

"Wir freuen uns, eine solche Seilbahn in Berlin bauen zu können", sagt Michael Seeber, Geschäftsführer der Leitner-Gruppe. Das Unternehmen aus Südtirol wurde mit dem Bau der Seilbahn für die IGA 2017 beauftragt. Sie will auch in der deutschen Hauptstadt zeigen, dass eine Seilbahn nicht nur als Skilift taugt. Das Unternehmen baut weltweit Seilbahnen, durch die Verkehrsprobleme in Großstädten gelöst werden sollen.

"Unsere Entscheidung für eine Seilbahn ist auch eine Entscheidung für die Umwelt", erklärt Christoph Schmidt, Geschäftsführer der IGA Berlin 2017 GmbH. Zur IGA von April bis Oktober 2017 werden rund 2,4 Millionen Besucher erwartet. "Wir vermeiden mit der Seilbahn den Bau von Straßen im Wuhletal und eine Menge Ausstoß von Kohlendioxid", erläutert Schmidt.

Neben einer Station am Wuhletal wird die Seilbahn Stationen auf dem Kienberg und am künftigen Haupteingang der Gärten der Welt im Blumberger Damm haben. Ein Tragmast nahe des Eingangs in Hellersdorf, zwei am Kienberg und drei auf dem Gelände der Gärten der Welt sind geplant. 60 Gondeln werden zur Verfügung stehen, die jeweils zehn Personen fassen. 3000 Besucher können auf diese Weise pro Stunde über das IGA-Gelände befördert werden und einen Panoramablick genießen. Vier oder fünf Gondeln werden sogar einen durchsichtigen Boden haben.

Die IGA-Geschäftsführung betrachtet die Seilbahn als eine zusätzliche Attraktion nicht nur für die IGA, sondern auch künftig für die Gärten der Welt. Die Seilbahn soll zwar ihre Kosten schon während des halben Jahres IGA wieder einfahren, aber mindestens drei Jahre danach noch betrieben werden.

Anwohner des Wuhletals und Naturschützer lehnen die Seilbahn ab, seitdem die Planungen bekannt sind. Die an den Planungen beteiligten Umweltverbände erreichten, dass die Eingriffe in die Umwelt geringer werden. Beispielsweise wird die Station auf dem Kienberg nur halb so groß wie ursprünglich geplant.

Sie lehne die Seilbahn aber weiter ab, sagt Angele Schonert vom Nabu. "Der Anziehungspunkt Seilbahn wird mehr Menschen auf den Kienberg bringen als dieser verträgt", erklärt sie. Der Kienberg sei die Attraktion und nicht die Seilbahn.


Harald Ritter / hari
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