Die richtige Politur für den Autolack

Selbst Profis probieren vor den Polierarbeiten Pflegemittel an eher unauffälligen Stellen aus, bevor sie großflächig Verwendung finden. (Foto: Franziska Koark)
 
Selbst Profis probieren vor den Polierarbeiten Pflegemittel an eher unauffälligen Stellen aus, bevor sie großflächig Verwendung finden. (Foto: Franziska Koark)

Spiegelglatt und hochglänzend - das ist für Fahrer der beste Zustand, den ein Autolack haben kann. Doch mit der Zeit verhärtet er oder wird spröde und rissig. Es sei denn, man beugt vor.

Gründliche Lackpflege ist also ratsam. Doch der Markt an Reinigungsmitteln ist groß und unübersichtlich. Welches Mittel sinnvoll ist, hängt auch von der Art des Lacks ab. Markus Herrmann, Vorsitzender des Bundesverbandes für Fahrzeugaufbereitung, rät Autobesitzern dazu, zweimal pro Jahr den Lack ihres Fahrzeugs zu polieren und zu wachsen. Besonders sinnvoll sei dies vor der Mückenzeit im Sommer und vor der Salzzeit im Winter. Eine Politur enthält in der Regel Schleifmittel, das kleine Kratzer entfernt, den Lack glättet und verwitterte Lackschichten abträgt. Außerdem sind in Polituren Pflegesubstanzen enthalten, die Glanz verleihen und vor Witterungseinflüssen schützen.

Kombi-Produkte bieten die einfachste Möglichkeit, sein Fahrzeug wieder zum Glänzen zu bringen. Statt auf herkömmliche Schleifmittel setzen die meisten Pflegemittelhersteller auf schonende Rezepturen mit Mikropartikeln und synthetischen Polierkörpern. Doch nicht alle Produkte eignen sich für jeden Lack. Für stark verwitterten Lack rät Herrmann zu reinen Lackreinigern mit grober Körnung. Anschließend wird die Oberfläche mit einem Wachs nachbearbeitet.

Autofahrer müssen nicht zu den teuersten Präparat greifen. "Der Preis ist nicht Garant für praxistaugliche und gute Inhaltsstoffe", sagt Dennis Buchmann vom Bundesverband für innovative Fahrzeugpflege. Gute Anhaltspunkte geben Vergleichstests, wie sie Autozeitschriften regelmäßig durchführen. "Die Reinigungs- und Politurleistung ist bei etwas teureren Produkten tendenziell besser als bei günstigen Mitteln", gibt Hans-Jürgen Götz, Sprecher der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ), zu bedenken.

Wichtig sind neben dem Produkt vor allem die Erfahrung des Anwenders, das Werkzeug und die Lackzusammensetzung. Für den Laien ist es schwierig, auf Anhieb die passende Kombination für den perfekten Glanz zu finden. Selbst Profis probieren oft vor den Polierarbeiten an versteckten Stellen erst die optimale Kombination aus, bevor sie sich an großflächige Stellen wie Motorhaube oder Türen machen. "Bei hochkratzresistenten Lacken kann man mit dem falschen Produkt und dem falschen Polierwerkzeug mehr zerstören als den perfekten Glanz herbeiführen", warnt Dennis Buchmann.

Große Unterschiede gebe es bei den Wachsen. Ein Wachs enthält keine Schleifmittel, sondern gibt dem Lack durch Versiegelung eine hohe Oberflächenglättung, eine Farbauffrischung und eine Schutzschicht. Natürliche Produkte mit dem brasilianischen Carnaubawachs seien besser als synthetische Produkte, so Buchmann.

Das Naturmaterial trockne den Lack nicht aus, sondern dringe tief in die Poren ein und sorge für länger anhaltende Geschmeidigkeit. Allerdings sind diese Produkte deutlich teurer als synthetische Wachse, und die Verarbeitung ist recht zeitintensiv. Völlig unbedenklich sind laut Markus Herrmann reine Konservierungswachse, die zwar nicht den besten Glanz bringen, dafür aber einen guten Schutz.


dpa-Magazin / mag
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