Gläserne Blume wieder da

Berlin: Berliner Schloss Humboldt Forum |

Mitte. Die bekannte Glasskulptur „Gläserne Blume“, die bis zur Schließung des Palasts der Republik im Foyer stand, soll wieder aufgestellt werden: zumindest als Minimodell.

Die meisten DDR-Bürger kennen die Gläserne Blume. Das fünf Meter hohe Kunstwerk aus Edelstahl und Glas war ein beliebter Treffpunkt. Mit dem Abriss des Palasts, an dessen Stelle der Humboldt Forum genannte Schlossnachbau entsteht, verschwand auch die berühmte Skulptur. Sie wurde 1999 fachgerecht demontiert und liegt in Kisten in einem Depot des Deutschen Historischen Museums. Ob sie jemals wieder aufgestellt wird, ist unklar. Dass das fünf Tonnen schwere Original mit den zehn Blütenscheiben und verklebten Glasapplikationen restauriert wird, ist eher unwahrscheinlich. Der Kleber ist vergilbt und brüchig. Außerdem genüge das Glas nicht mehr heutigen Anforderungen an die Standsicherheit. „Selbst wenn die Gläserne Blume restauriert und wieder aufgestellt werden könnte, müsste sie für Besucher weiträumig abgesperrt werden“, sagt Bernhard Wolter, Sprecher der Stiftung Berliner Schloss - Humboldt Forum. Die Schlossstiftung hat jetzt vom Künstler Reginald Richter, der die Skulptur 1975 im „Kollegium Bildender Künstler Glasgestaltung Magdeburg“ entworfen hat, ein Modell anfertigen lassen. Die 50 Zentimeter hohe Kopie wurde jetzt auf der Schlossbaustelle am Südzugang an der Rathausstraße Ecke Breite Straße – ungefähr dort, wie das Original stand – im Beisein des 84-jährigen Künstlers präsentiert.

Richter steht einer Wiederaufstellung des Originals eher skeptisch gegenüber. Seine Glasblume hatte er schließlich als „Kunst am Bau“ für den DDR-Palast entworfen. Die Skulptur passt so jetzt nicht ins Humboldt Forum. Die Schloss-Stiftung will anhand des Modells prüfen, „ob eine variierende Neuschöpfung oder eine teilweise Rekonstruktion der Gläsernen Blume“ denkbar sei, so Stiftungssprecher Bernhard Wolter. Fest steht jedoch, dass das jetzt präsentierte und von der Stiftung bezahlte Modell im Maßstab eins zu zehn "Teil der Sammlung des Museums des Ortes der Stiftung“ wird, so Wolter. Das bedeute aber nicht automatisch, dass die Miniblume dauerhaft öffentlich zu sehen sein wird. DJ
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