Die Brunnensaison ist eröffnet

Der verkalkte Neptun im Neptunbrunnen müsste dringend gereinigt werden. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Am 17. April wurde auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor die Brunnensaison gestartet. Bis Mai werden 34 Brunnen angeschaltet.

Seit dem 17. April plätschern sieben weitere Brunnen, wie zum Bespiel der Brunnen der Völkerfreundschaft auf dem Alex oder das Forum am Kanzleramt. Ende April bis Ende Mai gehen nach und nach die restlichen der insgesamt 34 bezirkseigenen Brunnen ans Netz. Die Kaskaden am Fernsehturm werden erst am 16. Mai, die Brunnen auf dem Vinetaplatz in Wedding sogar erst am 23. Mai angeschaltet. Dazu gibt es noch Brunnen, die andere Unternehmen bezahlen. Das sind zum Beispiel der Brunnen am Molkenmarkt vor dem Alten Stadthaus, für den die Berliner Wasserbetriebe die Kosten übernehmen, oder die Degewo-Brunnen in der Brunnenstraße.

Der Bezirk muss für den Betrieb seiner 34 Zierbrunnen keine müde Mark bezahlen. Die Plakatfirma Ströer übernimmt die Betriebs- und Wartungskosten. Dafür darf die Werbefirma insgesamt acht Mega-Light-Werbetafeln im öffentlichen Straßenland betreiben, wie die riesigen beleuchteten Reklamewände mit den wechselnden Motiven heißen. Der Deal zwischen Bezirk und Sponsor lohnt sich für beide. Der Bezirk spart für die Brunnen rund 350 000 Euro jährlich Unterhaltskosten. Und die Ströer-Werber können mit den bunten Werbeanlagen Millionenumsätze machen. Laut dem 2013 geschlossenen Vertrag muss sich Ströer auch um den Betrieb der kommunalen Planschen und um die Pflege der rund 200 Denkmäler im Bezirk kümmern.

Für die bauliche Instandhaltung und Sanierung ist hingegen weiter der Bezirk zuständig. Der hat aber kaum Geld, weshalb das Wasserbecken am Hansaplatz auch in diesem Jahr aus bleibt. Auch der vier Meter hohe Rathenaubrunnen im Volkspark Rehberge ist seit über einem Jahrzehnt abgestellt. Die Sanierung des Bronzemonsters, das 1930 für die ehemaligen AEG-Konzernchefs Emil und Walter Rathenau eingeweiht wurde, würde mindestens 250 000 Euro kosten, sagt Andre Mille, der im Bezirksamt für die Brunnen zuständig ist. Genauso hoch sind Schätzungen für die notwendige Sanierung des Neptunbrunnens vor dem Roten Rathaus. So müsste die völlig verkalkte Neptunfigur mit einem Spezialverfahren gereinigt werden. Außerdem sind Teile wie zum Beispiel die Fühler am Krebs abgebrochen, "weil die Leute da rumklettern", so Mille. Eine Komplettsanierung will der Bezirk aber erst in Angriff nehmen, wenn feststeht, was aus dem Neptunbrunnen wird. Schlosssympathisanten fordern seit Jahren, den Neptunbrunnen von Reinhold Begas (eingeweiht 1891) wieder zu seinem Ursprungsort vor den Humboldtforum genannten Schlossnachbau auf dem Schlossplatz aufzustellen. Der monumentale Brunnen war 1951 nach der Schlosssprengung eingelagert und 1969 auf der Freifläche unter dem Fernsehturm in Verlängerung der neuen Freitreppen- und Wasserterrassenanlagen wieder aufgestellt worden.


Dirk Jericho / DJ
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