Infotafel zur Geschichte des Neustädtischen Kirchplatzes

Auf dem Neustädtischen Kirchplatz stand bis 1965 eine Kirche. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Auf dem Neustädtischen Kirchplatz informiert jetzt eine Infotafel über die Geschichte des quadratischen Platzes. Hier stand fast 300 Jahre lang die Neustädtische Kirche.

Die kleine Grünfläche zwischen Schadowstraße, Mittelstraße, Neustädtische Kirchstraße und Unter den Linden wurde vor drei Jahren angelegt. Der Minipark sieht allerdings schon ziemlich ramponiert aus. Das Bezirksamt hat zu wenig Geld, um seine Gärtner ausreichend oft zur Parkpflege zu schicken. Jetzt hat die Senatsbauverwaltung einen Infokasten mit Fotos und Texten zur Geschichte des Neustädtischen Kirchplatzes aufgestellt.

Wer weiß schon, dass hier die Neustädtische Kirche stand; 1687 als erster Neubau Berlins nach der Reformation gebaut. Auf dem Kirchhof drum herum wurden bekannte Persönlichkeiten bestattet; der Politiker Karl August Fürst von Hardenberg (1750-1822) oder Alexander Graf von der Mark (1779-1787), Sohn von Friedrich Wilhelm II., zum Beispiel. Ende des 19. Jahrhunderts entstand auf den vorhandenen Fundamenten ein Kirchenneubau im zeittypischen Rundbogenstil, der später im Westen mit einem Turm, im Osten mit einer Apsis, zur Mittelstraße und zur Dorotheenstraße jeweils mit einer offenen Vorhalle ergänzt wurde.

Die Kirche brannte nach Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg aus und wurde 1965 abgerissen. Der zugehörige Kirchhof wurde eingeebnet. Bis zum Umzug der US-Botschaft ans Brandenburger Tor nutzten die Amis das 3700 Quadratmeter große Karree als Parkplatz. Bevor die triste Betonfläche im Zusammenhang mit den Planungen für das Parlaments- und Regierungsviertel zur öffentlichen Grünanlage umgebaut wurde, buddelten Archäologen auf dem historischen Grund. Sie legten neben den gut erhaltenen Fundamenten im Boden auch 159 Gräber frei. Die Skelette wurden geborgen und nach der anthropologischen Untersuchung auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof wieder bestattet.

Auf der westlichen Hälfte des Platzes wird derzeit entsprechend der historischen Bebauung an der Schadowstraße ein Wohnhaus mit Ladengeschäften und Restaurants gebaut. Das Luxuswohnhaus mit 64 hochwertigen Wohnungen wird wegen der gläsernen Fassaden und Balkonbrüstungen und wegen der sehr noblen Ausstattung als Panoramahaus LUX vermarktet.


Dirk Jericho / DJ
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