Leopold von Ledebur im Neuen Museum geehrt. Dieter Geisthardt-Archiv in Französisch Buchholz verzeichnet Ledeburs Aufenthalt

Ehrung Im Neuen Museum, Redner: Direktor Prof. Dr. Matthias Wemhoff (Foto: Horst Wieder)
 
Enthüllung der Büste durch Ernst Freiherr von Lederbur und Alix Freifrau von Ledebur im Vaterländischen Saal (Foto: Horst Wieder)
Berlin: Museumsinsel |

Eine Bronzebüste des Gründungsdirektors Leopold von Ledebur für das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel übergab die Familie Ernst Freiherr von Lederbur und Alix Freifrau von Ledebur.

Während eines Festaktes am 6.10.2016 fand die feierliche Übergabe an die Direktion des heutigen Museums für Vor- und Frühgeschichte statt. Die nach einem Gipsabguss gegossene Büste (das Original ist verschollen) wird im Vaterländischen Saal aufgestellt und ist im Kontext der reichen, durch von Ledebur einstmals erworbenen archäologisch-prähistorischen Objekte ab jetzt zu sehen. Die von der Familie in diesem Jahr großherzig übereigneten Archivbestände enthalten auch das Original der Berufung von 1829. Leopold Freiherr von Ledebur (1799-1877) hat die Entwicklung der ehemals Königlichen Museen zu Berlin im 19. Jahrhundert entscheidend geprägt. Erst mit der Wiedereröffnung des Neuen Museums 2009 konnten die Spuren in die Vergangenheit gründlich vertieft werden. Die jetzt erfolgte reiche Schenkung wird durch zahlreiche bibliophile Kostbarkeiten und ein gezeichnetes Portrait von Ledebur gesteigert. Sie führt das Museum für Vor- und Frühgeschichte tief an seinen Ursprung. Ledeburs Karriere begann 1829 mit der Übertragung der Leitung der neugegründeten Abteilung für Vaterländische Altertümer, dem heutigen Museum für Vor- und Frühgeschichte. Der Direktor Matthias Wemhoff zitiert die Worte Karl Freiherr vom Stein zum Altenstein anlässlich der "Anstellung beim neuen Kunst-Museo" von Ledeburs im Januar 1829.
Der Archiv-Leiter des Museums für Vor- und Frühgeschichte, Horst Junker, breitete in seinem Power-Point-Vortrag eine Fülle von historischem Material und Dokumentationen aus. Darin wird das Leben und Wirken Leopold von Ledeburs anschaulich gewürdigt und dürfte für die Entstehung des Museums, das heute im Neuen Museum eine moderne Ausstellung auf allen drei Etagen zeigt, faktenreiches Hintergrundmaterial bieten. Zu wünschen wäre eine Wiedergabe an einem Info-Point, wo die interessierten BesucherInnen ihr tieferes Interesse bedient finden würden.
Die gestrige Ehrung des Museums für Vor- und Frühgeschichte im Neuen Museum, Museumsinsel Berlin hat für Französisch Buchholz einen erinnerungswerten Aspekt. Das Dieter Geisthardt-Archiv in der Ortschronik von Französisch Buchholz verzeichnet in seinen Unterlagen die Kopien der„Archäologische(n) Funde (1857 und 1899) in Französisch Buchholz übergeben an die Königlichen Museen zu Berlin“, die die Ortschronistin in einem Vortrag im März 2014 vorstellte.
Es sind Reprographien von Erwerbungsakten der Fundorte Französisch Buchholz aus dem Archiv des Museums für Vor- und Frühgeschichte, Staatliche Museen zu Berlin: „Eine Kinderurne nebst Deckelfragment und Beigefäß, in Gegenwart des Königlichen Direktors von Ledebur am 17. Oktober 1857 nordöstlich bei Französisch Buchholz ausgegraben. Eine Schachtel, enthaltend Fragmente von Bronze in zwei Urnen, neben daselbst gefunden von dem Arbeitsmann Strecker.“ - eingetragen durch Leopold von Ledebur, (ernannt durch Friedrich Wilhelm III. 1829, als Vorsteher der Unterabteilung der Vaterländischen Altertümer. Direktor der Königlichen Kunstkammer des Museums für Vor- und Frühgeschichte und der ethnographischen Sammlungen).
Gegengezeichnet wurde die Fundnachricht des Königlichen Domänen-Polizei-Amtes Mühlenhof 1857 vom Generaldirektor der Königlichen Museen zu Berlin Ignaz von Olfers.
Auf das Argus Nachrichten-Bureau geht die Meldung in der Vossischen Zeitung am 13.4.1899 zurück: "Ein großes Bronze-Schwert ist auf den städtischen Rieselfeldern in der Feldmark Französisch Buchholz ... gefunden und wird dem Märkischen Museum überwiesen werden."
Gefunden wurden auch eine Buckel-Urne und auf einem Acker zwischen Park und Burgwall Blankenburg sogenannte Eolithe.
Anne Schäfer-Junker, Ortschronistin von Französisch Buchholz (info@hugenottenplatz-berlin.de)
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