Für das Sozial-Siegel müssen einige Kriterien erfüllt sein

Mitte. Vor einem knappen Jahr haben die Verordneten beschlossen, dass ihr Bezirk "Fairtrade-Town" werden soll. 1130 solcher Orte gibt es bereits in 24 Ländern weltweit. In Deutschland dürfen mittlerweile über 190 Kommunen diesen Titel tragen.

Schon im Vorfeld hat das Bezirksamt sich mehrmals mit der Initiative "Fairtrade-Town Berlin-Mitte" ausgetauscht Die Kampagne "Fairtrade Town" für ein faires Miteinander, fairen Handel und faire Produkte wurde ursprünglich in Großbritannien gestartet. Es geht darum, die Armut in Ländern Südamerikas, Afrikas und Asiens zu bekämpfen. Das Sozial-Siegel "Fair Trade" sichert Bauern und ihren Familien in den Ländern dieser Kontinente ein stabiles Einkommen. Die Menschen in den benachteiligten Regionen des Südens erhalten einen Zugang zu den Märkten des Nordens. Angestellte der landwirtschaftlichen Betriebe erhalten mindestens den gesetzlichen Mindestlohn sowie unter anderem Schutzkleidung, bezahlten Urlaub und soziale Vorsorge. "TransFair", der Verein zur Förderung des fairen Handels mit der "Dritten Welt" mit Sitz in Köln, der in Deutschland das soziale Siegel vergibt, hat für die Erlangung des Titels einige Kriterien aufgestellt. Dazu gehören nach dem formalen Ratsbeschluss eine lokale Steuerungsgruppe aus Vertretern der Bezirksverwaltung, des Handels, der lokalen Agenda-21-Gruppe, der Kirchen, Schulen und Vereine, die die Aktivitäten vor Ort koordiniert.

In jeweils mindestens zwei Geschäften, Cafés und Restaurants in Mitte werden Produkte aus fairem Handel angeboten. In öffentlichen Einrichtungen, in Schulen, Vereinen und Kirchen gibt es Fairtrade-Erzeugnisse und auch Veranstaltungen zum Thema "Fairer Handel" werden abgehalten.

Das Bezirksamt will unter anderem seine 2000 Beschäftigten über die Möglichkeiten informieren, wie der Fairtrade-Gedanke Eingang in den Büroalltag finden kann. Die Kantinen in den Rathäusern sollen ein bis drei faire Speisen und Getränke anbieten, desgleichen Schulen, Jugend- und Seniorenfreizeiteinrichtungen.

Stadtrat Stephan von Dassel (B 90/Grüne) will Händler finden, die mit Fairtrade-Blumen handeln. Der Bezirk, so von Dassel, verteile jedes Jahr mindestens 5000 Blumensträuße an hochbetagte Bürger.


Karen Noetzel / KEN
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