Durchblick im Labyrinth der Handytarife

Wer seinen Tarif nicht ab und zu kontrolliert und wechselt, wirft Geld zum Fenster hinaus. (Foto: Mascha Brichta)

Am Ende eines Laufzeitvertrags lohnt es sich oft, Handytarife gründlich zu vergleichen. Denn in zwei Jahren kann auf dem Markt eine Menge passieren. Das funktioniert am besten, wenn man seine mobile Kommunikation realistisch einordnet.

"Man muss sich erst einmal überlegen, was habe ich für ein Telefonierverhalten und was brauche ich wirklich", erklärt Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dazu kann man anhand einiger Handyrechnungen die im monatlichen Durchschnitt vertelefonierten Minuten und verschickten SMS ermitteln. Man kann auch herausfinden, wie sich die Minuten auf Fest- und Mobilnetz verteilen und ob man einige Nummern überdurchschnittlich oft anwählt. Dann kann der Vergleich beginnen, zum Beispiel mit Hilfe eines Tarifportals.Mit Prepaid-Angeboten macht man nichts falsch. Sie sind "einfach gestrickt und leicht zu verstehen", sagt Christian Schlüter von der Stiftung Warentest. Vor allem Wenig-, aber auch Normaltelefonierer fahren gut mit ihnen. Nur wer das Handy ganz selten nutzt, muss aufpassen. "Einige Anbieter erheben bei Nichtnutzung eine Servicepauschale oder sperren die Karte", sagt Schlüter. "Man muss immer den Blick ins Kleingedruckte wagen."

Denn Prepaid ist nicht unbedingt Prepaid. "Mittlerweile gibt es viele Verträge, bei denen die Kostenkontrolle nicht mehr gewährleistet ist", erklärt Verbraucherschützer Bradler. Ein Beispiel dafür ist die automatische Aufladefunktion. Bei vielen Anbietern gibt es aber einen sogenannten Kostenstopp: Sie berechnen ab einer bestimmten Summe - oft um die 40 Euro - für den Rest des Monats keine weiteren Gespräche mehr.

Weil zum Smartphone Internet gehört, gibt es immer mehr monatlich kündbare Paketangebote mit Telefonieminuten, Kurznachrichten und einer Internetflatrate, die in der Geschwindigkeit gedrosselt wird, wenn das Inklusivvolumen verbraucht ist. Langsam weitersurfen kann man aber trotzdem. "Bei normaler Nutzung empfehlen wir 300 bis 500 MB pro Monat", sagt Warentester Schlüter.

Eine weitere Tarifgattung sind die sogenannten Allnet-Flatrates für alle Gespräche in nationale Netze und meist mit einer Datenflatrate mit 500 MB Highspeed-Inklusivvolumen. "Aber auch eine Allnet-Flatrate deckt nicht alles ab", warnt Schlüter. In der Regel sind keine SMS eingeschlossen, Telefonate ins Ausland und Anrufe bei Servicenummern ebenfalls oft nicht.

Je nach Tarif und Nutzung kann es sich lohnen, Flatrates für Festnetz und Kurznachrichten oder größere Internet-Flats zuzubuchen. Doch nicht immer bieten die als Flatrate angepriesenen Optionen wirklich unbegrenzte Nutzung. Bei einer SMS-Flatrate kann es etwa vorkommen, dass nach 1000 SMS im Monat jede weitere extra berechnet wird. "Meist steht es Hellgrau auf Weiß im Kleingedruckten", sagt Bradler. Die Verbraucherzentralen mahnen solche Anbieter ab.


dpa-Magazin / mag
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