Schutzprogramme für Kinder im Netz

Besser mit Begleitung: Ohne die Eltern oder andere Aufsichtspersonen sollten vor allem kleine Kinder nicht ins Netz gehen. (Foto: Silvia Marks)

Sicherheitsprogramme versprechen, Kinder vor Gefahren aus dem Internet zu schützen. Viele davon sind kostenpflichtig, es gibt aber auch Gratis-Alternativen. Darunter sind zum Beispiel Kindersicherungen in Betriebssystemen oder kostenlose, staatlich unterstützte Programme wie "JuSProg" oder "KinderServer".

Sogenannte Whitelist-Systeme lassen nur bestimmte von Fachleuten als kindgerecht eingestufte Seiten zu, alle anderen sind gesperrt. Das Kind bewegt sich also in einem geschützten Raum. Sucht es nach Begriffen wie "Sex" oder "Porno", landet es auf kindgerechten Seiten von Kindersuchmaschinen wie www.blindekuh.de oder www.fragfinn.de. "Eine Whitelist bietet sich eher für jüngere Kinder bis zehn Jahre an", sagt Birgit Kimmel von der EU-Initiative Klicksafe. "Bei älteren Kindern kommt es schnell zu Diskussionen, weil sie bei jeder Seite wieder um Erlaubnis fragen müssen."Für ältere Kinder bieten sich eher Blacklist-Systeme an: Im Prinzip sind alle Seiten aufrufbar, nur einschlägige Porno-, Gewalt- oder Hetzseiten stehen auf der Liste und werden geblockt. "Angesichts der Masse an Websites können diese Filtersysteme keinen absoluten Schutz bieten", erklärt Axel Kossel von der Computerzeitschrift "c’t", die 17 Filtersysteme getestet hat. Oft kombinieren Programme aber auch beide Filtersysteme oder lassen sich von White- auf Blacklist umstellen oder umgekehrt.

"Absolute Sicherheit bietet kein Programm", sagt Kossel. "Zu jedem Filter, gibt es einen Weg, um ihn auszutricksen." Damit der Nachwuchs das System nicht einfach ausschalten kann, sollte es mit einem Passwort geschützt werden. "Generell empfiehlt es sich, für das Kind am PC ein eigenes Benutzerkonto einzurichten", sagt Kimmel. "So kann man verhindern, dass Kinder Administratoren-Rechte haben, um Einstellungen am Computer zu ändern."

Nichts ausrichten können Filter in der Regel gegen Chats und E-Mails, über die Kinder auch mit Schmuddel-Inhalten oder gefährlichen Unbekannten in Kontakt kommen können, sagt Kimmel. Kinder sollten moderierte Kinderchats wie den Seitenstark-Chat oder Mailprogramme wie Mail4Kidz oder Grundschulpost nutzen, bei denen die Eltern kontrollieren, mit wem die Kinder in Kontakt treten.

Generell sollten sich Eltern nicht nur auf Programme verlassen, sagt Kristin Langer von der Initiative "Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht". "Filterprogramme können Eltern zwar technisch unterstützen. Eine Medienerziehung ersetzen sie aber nicht." Wichtig sei es, Zusammenhänge zu erklären, vor Gefahren zu warnen und Hilfestellungen bei Problemen zu bieten. "Das Massenangebot im Internet überfordert Kinder leicht", sagt die Expertin.

Infos zu Filterprogrammen und Betriebssystem-Kindersicherungen auf Klicksafe.de unter http://www.klicksafe.de/jugendschutzfilter/, "Surfschein" für Kinder unter http://asurl.de/erl, Seitenstark-Kinderchat unter http://asurl.de/erm.

dpa-Magazin / mag
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