Welche Anlageformen sich lohnen

Ein Riester-Vertrag kann sich lohnen, denn der Staat zahlt Zulagen. (Foto: Andrea Warnecke)

Die Rendite von Lebensversicherungen sinkt, aber auch Riesterverträge stehen wegen der hohen Kosten immer wieder in der Kritik. Wie kann man noch gut verzinst sparen - fürs Alter, fürs Eigenheim oder für das Studium der Kinder?

"Was sich rechnet und was nicht, muss man in jedem Einzelfall genau durchrechnen", sagt Axel Kleinlein, unabhängiger Versicherungsmathematiker in Berlin. Der ehemalige Vorstand des Bundes der Versicherten rät: "Auf unabhängige Beratung sollte man auf keinen Fall verzichten."Berufsanfänger sollten zuerst mit einem Tagesgeldkonto sparen. "Anfang 20 kann man noch nicht für sein ganzes Leben planen", sagt Kleinlein. "Deshalb sollte man sich auch nicht an langfristige Verträge binden." Tagesgeld bietet meist mehr Zinsen als ein Sparbuch, außerdem ist das Geld jederzeit verfügbar.

Bei einem Banksparplan wird monatlich eine feste Rate überwiesen - meist über eine bestimmte Laufzeit. Die Zinsen steigen oft mit der Dauer des Vertrags. "Wer früh anfängt zu sparen, profitiert am meisten vom Zinseszins", sagt Karin Baur von der Stiftung Warentest.

Wer länger bei derselben Firma beschäftigt ist, sollte über eine betriebliche Altersvorsorge nachdenken. Dabei vermittelt der Arbeitgeber einen Versicherungsvertrag. Der Beitrag dafür wird direkt vom Bruttogehalt abgezogen. Der Vorteil sind niedrigere Steuern. Der Nachteil sind geringere gesetzliche Rentenansprüche.

"Trotz aller Kritik ist auch Riester eine gute Möglichkeit, fürs Alter vorzusorgen", sagt Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg. Riestern lohnt sich vor allem wegen der staatlichen Zulagen: Ein Single bekommt jährlich 154 Euro. Bis zum Höchstbetrag von 2100 Euro können zudem noch Steuern gespart werden. Die Zulagen steigen mit jedem Kind um 185 bis 300 Euro.

Allerdings sagt Castelló: "Bei einer Riester-Rentenversicherung sind die Abschlusskosten sehr hoch." Sparer sollten daher lieber einen geförderten Bank- oder Fondssparplan abschließen. "Hält man den Riestervertrag nicht bis zum Ende durch, muss man die Förderung zurückgeben", warnt Baur. Riester-Banksparen oder Fondssparen sei da deutlich flexibler und günstiger.

Wer etwas Geld übrig hat, sollte über ein Aktiendepot nachdenken. Über einen längeren Zeitraum bieten Aktien die besten Renditechancen. Statt einzelne Titel sollten Anfänger lieber auf Fonds setzen: "Wir empfehlen, Fonds zu kaufen, die ein breites Spektrum internationaler Märkte abdecken", sagt Baur. Günstiger als gemanagte Fonds sind in der Regel Indexfonds (sogenannte ETFs), die Börsenindizes wie den Dax abbilden. Viele Direktbanken würden ETF-Sparpläne anbieten.

Literatur: Stefanie Kühn, Markus Kühn: "Geldanlage für Fleißige", Stiftung Warentest, ISBN 978-3-86851-323-3, 192 Seiten, 16,90 Euro.

dpa-Magazin / mag
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