Seniorenhaus am Hansa-Ufer: CDU-Abgeordneter besucht Bewohner

Moabit. Gerade erst ist Philipp Lengsfeld mit seiner Familie in den Kiez gezogen, da kann sich der CDU-Bundestagsabgeordnete auch schon um drängende Probleme vor Ort kümmern. Lengsfeld besuchte die Senioren vom Hansa-Ufer 5, die um ihr Zuhause kämpfen.

Der heutige Eigentümer des in den 70er-Jahren als sozial gefördertes Seniorenhaus vom Bezirk gebauten Gebäudes, das schwedische Unternehmen Akelius, will das Ensemble energetisch modernisieren, aufstocken und im Garten einen mehrgeschossigen Neubau errichten. Die Folge für die zumeist betagten Bewohner: außer monatelangem Lärm und Schmutz eine deftige Mieterhöhung. 15 jüngere Mieter sind bereits ausgezogen oder werden das in nächster Zeit tun.

"Wir haben uns vor Ort informiert, Eindrücke abseits der Medienberichterstattung gesammelt und unsere Solidarität mit den Bewohnern erklärt", so Olaf Lemke, Lengsfelds Wahlkreisbüromitarbeiter und Bezirksverordneter der CDU Mitte. "Wir hoffen auf einen Kompromiss zwischen Akelius und den Bewohnern", sagt Lemke. Philipp Lengsfeld und die CDU Mitte wollen sich mit Akelius-Vertretern zu einem vermittelnden Gespräch treffen. Einen moralischen Appell, ernsthaft nach einer Lösung zu suchen, richtet Mittes Sozialstadtrat Stephan von Dassel (B’90/Die Grünen) an das schwedische Unternehmen. Mehr kann der Bezirk nicht tun.

Immerhin will Akelius jetzt mit den Senioren sprechen, hat aber schon vorab mitgeteilt, was nicht verhandelbar sei: die Aufstockung, die Wärmedämmung und der Neubau. Ein für den 22. August anberaumtes Treffen der Mieter mit dem Berliner Akelius-Niederlassungsleiter Ralf Spann hat dieser allerdings kurzfristig abgesagt. Akelius will die Senioren auf eine "Kaffeefahrt" einladen. "Die wollen uns doch nur bearbeiten", meint Mietersprecherin Christa Kaes.

Die verbliebenen 35 Mieter sind über 65 Jahre alt. Mit ihrer Online-Petition auf www.hansa-ufer-5.de sammelten sie bisher rund 58 000 Unterschriften. "Übernehmt Verantwortung und kauft das Haus zurück", so die Forderung der Senioren an den Bezirk.


Karen Noetzel / KEN
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