Stadtmission kooperiert mit Alba für einen guten Zweck

Aus alten T-Shirts werden Mützen: Sarah Schwesig zeigt Hans-Georg Filker (2. von llinks) und Rainer Kröger (rechts), wie das geht. (Foto: KEN)

Moabit. Die Kopfbedeckung ist dunkelblau und aus Jersey. Sie trägt sich leicht und bequem, als Seemannsmütze oder wie eine Pudelmütze. Kreiert hat sie Sarah Schwesig aus ausgemusterter Arbeitskleidung des Recyling-Unternehmens Alba.

Wer Berliner Stadtmission hört, denkt zumeist an Wärmestube und Kältebus oder an Gottesdienste im Hauptbahnhof zur Weihnachtszeit. "Wir sind für Überraschungen immer gut", sagt Stadtmissionsdirektor Pfarrer Hans-Georg Filker. So gehörte zu den Ideen der evangelischen Hilfsorganisation mit Sitz in der Lehrter Straße auch die des sogenannten Upcyclings. "Wir machen aus gebrauchten Dingen etwas Besonderes", erläutert Filker. Dafür wurde die Modemarke "Water to Wine" gegründet. Verantwortliche Chefdesignerin ist Sarah Schwesig, Managerin des neuen Designladens der Stadtmission in der Auguststraße 82. Es sei dann für die Berliner Stadtmission eine "naheliegende Idee" gewesen, nach Partnern wie Alba zu suchen, die eine ähnliche Philosophie haben, sagt der Stadtmissionschef.

Gleichzeitig hatte Alba ein neues Signet und Motto für das Unternehmen entwickelt. Die bisherige Arbeitskleidung musste ausrangiert werden. "Wir haben uns auf die Suche gemacht, eine nachhaltige Upcycling-Lösung für die Kleidungsstücke zu finden", sagt Rainer Kröger, Geschäftsführer der Alba Berlin GmbH. "Und so wurden wir aufmerksam auf das Label ,Water to Wine‘ der Berliner Stadtmission." Besonders charmant fand man bei Alba die Idee, aus den Shirts Mützen zu schneidern, die noch ihre Herkunft ahnen lassen.

"Die T-Shirts sind aus Jersey. Jersey ist gut dehnbar, also geeignet für Mützen," so Sarah Schwesig. Sie passten auch ganz gut zum sportlichen Image des Unternehmens Alba, der Hauptsponsor des erfolgreichen Basketballvereins aus der Hauptstadt ist. Aus einem T-Shirt können zwei Mützen geschneidert werden. Die Designerin hat die Mützen gemeinsam mit einer Kollegin von Hand genäht, eine limitierte Auflage von 250 Stück.

Eine Mütze ist für zehn Euro im Fanshop der Basketballer in der Knesebeckstraße 56 in Charlottenburg erhältlich. Der Erlös fließt zu 100 Prozent in soziale Projekte. Er kommt der Kinderhilfsorganisation "Kinderleben, Verein zur Förderung der Klinik für krebskranke Kinder" zugute. Das Mützen-Projekt ist die erste Upcycling-Kooperation der Berliner Stadtmission und des Unternehmens Alba, aber nicht das letzte. Es wird weitere geben. Demnächst wird Sarah Schwesig aus alten Alba-T-Shirts Kulturbeutel nähen, nicht mehr selbst von Hand, sondern in Behindertenwerkstätten. "Damit ,Water to Wine‘ arbeiten kann, brauchen wir viel Rohstoff", sagt Pfarrer Hans-Georg Filker. Die Berliner Stadtmission sucht daher gute Standorte für Kleidercontainer.


Karen Noetzel / KEN
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