Bahn sagt Nein zur Verlängerung des Glasdaches

Das Glasdach im Hauptbahnhof überspannt die obere Gleisebene, aber eben nur teilweise. (Foto: KEN)

Moabit. Das Ost-West-Dach des Hauptbahnhofs wird nun doch nicht verlängert. Die Bahn hat sich entschieden: Es bleibt so kurz, wie es ist.

Im vergangenen Jahr hatten Bundesabgeordnete und der Bahnhofsarchitekt Meinhard von Gerkan gefordert, die Glasüberdachung auf die ursprünglich geplante Länge von 450 Meter zu bringen. Die Bauteile sind noch vorhanden. Scheiben und Träger lagern seit 2002 am Ostbahnhof. Eine Möglichkeit zum Ausbau hätte es gegeben. Denn die Bahn will 2015 und 2016 die obere Ebene sanieren.

Die Bahn prüfte und kam jetzt zu dem Ergebnis: Eine Dachverlängerung am Berliner Hauptbahnhof ist betrieblich und wirtschaftlich nicht zu verantworten. Das Unternehmen stützt sich dabei auf ein neues Gutachten. Zwar sei eine Dachverlängerung technisch möglich, so Oliver Schumacher, Pressesprecher der DB Mobility Logistics AG. Dass dabei veränderte Normen und Richtlinien zu beachten wären, sei noch das kleinste Problem. Aber an Kosten würden mindestens 145 Millionen Euro auflaufen. Ganz abgesehen davon, dass der Zugverkehr zwischen Zoologischem Garten und Friedrichstraße für neun Monate gesperrt werden müsste - mit "massiven betrieblichen Auswirkungen auf den Nah- und Fernverkehr". Schienenersatzverkehr könnte das Aufkommen der Reisenden nicht stemmen. Wegen der notwendigen Vorarbeiten und Genehmigungen könnten die Arbeiten ohnehin erst 2020 beginnen, so Schumacher.

Der Berliner Hauptbahnhof sollte 2006 zur Fußballweltmeisterschaft in Deutschland fertig sein. Zeit und Geld wurden knapp. Der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn veranlasste, das Glasdach nur auf einer Länge von 321 Metern zu bauen.


Karen Noetzel / KEN
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