In der Sprache beheimatet

Lena Kelm liest ihre Erzählungen gern ihren Freunden vor. (Foto: privat)

Neukölln. Berlin ist seit 1993 meine zweite Heimat. Ich bin Russlanddeutsche aus Kasachstan.

Denke ich an Russland, Kasachstan zurück, sehe ich vor meinem geistigen Auge nicht die russische Birke oder die unendliche kasachische Steppe. Es sind Menschen, mit denen ich eine (die gleiche) Sprache spreche.

Ich bin in zwei Sprachen aufgewachsen. Der Sprache von Puschkin, Tolstoi gilt meine Liebe für immer. Deutsch, meine Muttersprache, sprach ich in meinem Elternhaus. Mein Wiegenlied war ein deutsches, auch meine ersten Märchen und die Erzählungen der Eltern wurden nur in Deutsch wiedergegeben. In der Öffentlichkeit sprachen alle selbstverständlich russisch.

Ab der zweiten Klasse lernte ich Deutsch als Muttersprache, studierte danach Germanistik. Wie könnte es anders sein? />

Nachdem ich 1976 zum ersten Mal meine Verwandtschaft in der DDR besuchte, stand für mich fest: “Hier bin ich nicht fremd. Hier sind meine Wurzeln. In meiner Muttersprache bin ich beheimatet.“

Wohl fühlte und fühle ich mich an vielen Orten, aber ich kehre stets zu den Menschen zurück, die für mich die Heimat ausmachen. Über meine Liebe zur meiner Muttersprache und der Beheimatung in ihr, sowie viele Erzählungen zu gegenwärtigen Themen schreibe ich heute. Meine Freunde hören sich die wie auf dem Bild bei einer Lesung an. Lena Kelm
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