Rückblick der Berliner Woche auf das vergangene Jahr in Neukölln

Zum Jubiläum der Zürich-Schule überreichte Schulstadträtin Dr. Franziska Giffey (SPD) Softbälle an Schulleiter Jürgen Jaster. (Foto: Sylvia Baumeister)
 
Müller Josef Raupach, hier mit den Zwillings-Lämmern vom 10. März, hoffte auf frühlingshafteres Wetter zum Mühlenfest am 23. März. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Jubiläen, Neuanfänge, das Problem des knapper werdenden Wohnraums und geplante Bauprojekte - das waren in Neukölln die bestimmenden Themen dieses Jahres, wie eine Rückschau auf die Beiträge der Berliner Woche aus 2013 zeigt.

Januar

Neukölln hat sich in den vergangenen Jahren zum neuen Zentrum der avantgardistischen Mode in Berlin gemausert. Aus diesem Grund findet der achte Showfloor vom 15. bis 17. Januar zum ersten Mal im "Huxleys Neue Welt" am Hermannplatz statt. Gezeigt werden dort Kollektionen, die unter nachhaltigen und ökologischen Kriterien produziert wurden.

Februar

Um die Antragsflut abarbeiten zu können, mussten im Wohnungsamt monatelang Sprechzeiten entfallen. Seit Anfang Februar gibt es wieder Sprechzeiten und eine Umstrukturierung hilft dabei, lange Bearbeitungszeiten zu vermeiden.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen verlangt weiterhin Aufklärung darüber, wie das Buch von Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) entstanden ist. Die Grünen wollen wissen, ob Buschkowsky sein Amt für seine angeblich private Buchproduktion missbraucht habe. Kern ist die Frage, inwiefern Bedienstete des Bezirksamts an der Erstellung des Buches "Neukölln ist überall" beteiligt waren.

März

Immer noch gibt es im Bezirk zu wenig niedergelassene Kassenärzte. Mit einer Kampagne, zwei Umfragen und einer Petition kämpfen die Neuköllner Urologen Dr. Frank Kahmann und Dr. Thomas Oliver Henkel für mehr KV-Sitze niedergelassener Ärzte in Neukölln. Unterstützt werden sie dabei von Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU).

Der Saisonstart der Britzer Mühle am 23. März muss bei Eis und Schnee stattfinden. Einziges Vorzeichen für einen Frühlingsbeginn sind die frisch geborenen Skudden-Lämmer auf den schneebedeckten Wiesen um die Britzer Mühle.

April

Am 6. April feiert das Gemeinschaftshaus Gropiusstadt seinen 40. Geburtstag. Als Treffpunkt für die Bewohner der neu erstandenen Großsiedlung war es 1973 eröffnet worden. Das vielfältige Programm zieht jährlich 250 000 Besucher an.

Mietsteigerungen im Reuterkiez sind zwar noch nicht belegbar, eine Studie bestätigt aber eindeutige Gentrifizierungstendenzen. Um weitere Mieterhöhungen zu stoppen, fordert der Quartiersrat Reuterplatz vom Bezirk eine Milieuschutz-Verordnung. Weil der nicht von der Wirksamkeit überzeugt ist, wird aber kein Milieuschutz fürs Gebiet festgelegt.

Mai

Am 8. Mai ist mit dem ersten Spatenstich von Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) und Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) der Baubeginn zur Verlängerung der Stadtautobahn A 100 eingeläutet - gegen den Widerstand zahlreicher Gegner und für 473 Millionen Euro Baukosten.

Juni

Zum 15. Mal laden die 48-Stunden-Neukölln zu insgesamt 405 Kunstveranstaltungen an 250 Standorten ein. Das Thema "Perspektivwechsel" bezieht zum ersten Mal auch ältere Besucher in vielfältige, neue und experimentelle Kunstformen mit ein.

Mit einem Schulfest feiert die Zürich-Grundschule am 14. Juni ihr 125-jähriges Bestehen. Dank vieler Fördergelder im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen für die Autobahn A 100 ist sie in den letzten 15 Jahren viel moderner und größer geworden.

Juli

Nach drei Jahren sind die Freiflächen in der Hufeisensiedlung denkmalgerecht saniert. Seit 2010 waren die Anlagen um den Teich, der Vorplatz und die Freitreppe sowie das Grün entlang der Fritz-Reuter-Allee in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt und der Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen nach historischem Vorbild umgestaltet worden. Die Sanierungskosten über 3,2 Millionen Euro trug die Bundesregierung.

August

Am ersten Tag nach den Ferien verkünden hunderte Luftballons den Startschuss für den neuen Campus Efeuweg. In der Pilotphase schließen sich die Walt-Disney-Schule und die Liebig-Schule zur 4. Gemeinschaftsschule Neukölln zusammen. Schulstadträtin Dr. Franziska Giffey (SPD) möchte die Abwanderung von Eltern mit schulpflichtigen Kindern in diesem Gebiet mit einem attraktiveren Angebot verhindern.

September

Am 4. September ging in Berlin ein bedeutendes Stück deutscher Rundfunkgeschichte zu Ende. Der Betrieb des vor rund 65 Jahren vom RIAS aufgebauten Senderstandorts am Britzer Damm wurde endgültig eingestellt. Deutschlandradio sendet seine Programme Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen nun ausschließlich vom Fernsehturm Alexanderplatz.

SPD-Direktkandidat Dr. Fritz Felgentreu gewinnt sein Mandat bei der Bundestagswahl. Auch seine Konkurrentin, die CDU-Direktkandidatin Christina Schwarzer, zieht über die Landesliste in den Bundestag ein.

Oktober

Für einen erwarteten Zuwachs von 21.000 Menschen im Bezirk müssen bis zum Jahr 2030 mindestens 11.000 neue Wohnungen geschaffen werden. Baustadtrat Thomas Blesing (SPD) präsentiert im Rathaus anhand einer vom Bezirk in Auftrag gegebenen Studie, wo es mögliche Standorte gibt.

Auf dem letzten landwirtschaftlich genutzten Feld am Buckower Damm sollen mehrgeschossige Gebäude und Einfamilienhäuser entstehen. Dieses Vorhaben zu verhindern, hat sich die neue Bürgerinitiative "Rettet die Buckower Felder" vorgenommen.

November

400 Flüchtlinge sollen ab Februar 2014 in Gebäuden an der Späthstraße Ecke Haarlemer Straße untergebracht werden. Mit Infoveranstaltungen will der Bezirk den Anwohnern Bedenken gegen die künftigen Nachbarn nehmen.

24 Jahre, nachdem die Clay-Schule in der Gropiusstadt wegen Asbestverseuchung geschlossen werden musste, einigen sich Senat und Bezirk endlich darüber, wie die Finanzierungslücke für den Neubau in Rudow geschlossen wird. Die Baukosten hatten sich von 29 auf 39,9 Millionen Euro erhöht, mit einem Baubeginn wird 2016 gerechnet.

Dezember

Jetzt steht fest, dass der Senat ab Februar 2014 Schulen in sozial benachteiligten Gebieten mit 15 Millionen Euro fördert. Maximal 100.000 Euro pro Jahr erhalten Einrichtungen, deren Schüler größtenteils Lehrmittelbefreit sind. In Neukölln werden 46 Schulen von der Förderung profitieren - so viele wie in keinem anderen berliner Bezirk.


Sylvia Baumeister / SB
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.