Brandschutz an der Schule im Hasengrund mangelhaft

Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz versprach Schulleiter Markus Stang, dass in den Sommerferien provisorisch der Brandschutz hergestellt wird. (Foto: BW)
 
Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz stellte sich auf dem Hof der Grundschule im Hasengrund den Fragen der Schüler. (Foto: BW)

Niederschönhausen. Kinder, Eltern und Lehrer der Grundschule im Hasengrund fordern, dass die Schule früher als geplant saniert wird. Um das zu erreichen, gründeten Eltern die neue Initiative "Pro Hasengrund".

Anlass für die Gründung dieser Elterninitiative: Aus Sicherheitsgründen musste Schulleiter Markus Stang vor einigen Wochen das Dachgeschoss mit zwei Klassenräumen und der Bibliothek sperren. Der Brandschutz war nicht mehr gewährleistet. Des Weiteren kritisieren die Eltern schon seit Langem die katastrophale Situation beim Mittagessen. Die Räume sind so klein, dass die Schüler in Schichten essen müssen. Eigentlich sollte die alte Schulturnhalle bereits zur Mensa umgebaut werden. Doch noch ist nicht klar, wann die Bauarbeiten überhaupt beginnen.

Mit ihrer neu gegründeten Elterninitiative möchten die Eltern außerdem auf die völlig unbefriedigende Raumsituation an der Schule in der Charlottenstraße 19 und auf deren schlechten Bauzustand aufmerksam machen. Sie wollen die Politiker und die Verwaltung dazu bewegen, rascher etwas für die Schule zu tun.

Eine erste große Aktion: Die Initiative organisierte vor wenigen Tagen eine Kunstaktion am Schulgebäude und lud Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz zu einem Gespräch mit Schülern und Eltern auf dem Schulhof ein. Die Hasen-Grundschule erwartete die Stadträtin ungewöhnlich gewandelt: Aus allen Fenstern hingen Feuerwehrschläuche, Gießkannen und zusammengeknotete Bettlaken. "Wir wollen mit dieser Kunstinstallation auf den mangelnden Brandschutz im Schulgebäude aufmerksam machen", erklärte Andreas Zipperer von Elterninitiative.

Schulleiter Markus Stang empfing die Stadträtin sogar an einem Feuerwehrauto in Feuerwehruniform. Auf dem Schulhof hatten sich indes Schüler und Eltern eingefunden. Unter anderem sollte die Stadträtin erklären, warum aus der alten Sporthalle immer noch keine Mensa geworden ist. Das hatte sie vor zwei Jahren zugesagt. "Der Aufhebung der alten Turnhalle für eine sportliche Nutzung müssen der Landessportbund und der Senat zustimmen. Das haben sie bisher noch nicht getan", sagt die Stadträtin dazu. Der Grund dafür ist, dass die neu gebaute Sporthalle an der Schule bisher nicht von Vereinen genutzt werden darf, weil Anwohner dagegen klagten. Erst wenn für die Vereine eine Lösung gefunden wurde, geht es mit dem Umbau der alten Halle zur Mensa voran.

Eine weitere Frage der Schüler: Warum gibt es in der Schule keine zeitgemäße Brandschutzanlage? Zürn-Kasztantowicz: "Weil das Gebäude über 100 Jahre alt ist. Eine neue Brandschutzanlage ist teuer. Deshalb kann sie nicht mal schnell eingebaut werden. Sie soll im Zuge der geplanten Sanierung des Schulhauses installiert werden."

Wie sich im Laufe des Gesprächs herausstellte, ist die Sanierung der Schule zwar im Investitionsplan des Bezirks ab 2017 vorgesehen. Doch das ist noch lange hin. Soll so lange die oberste Etage des Schulhauses gesperrt bleiben? "Nein", sagt die Stadträtin, "in den Sommerferien wird eine Übergangslösung installiert, sodass die Räume wieder zu nutzen sind."

Dass die Schule erst ab 2017 saniert werden soll, dauert den Eltern zu lange. Sie fordern von der Stadträtin, sich für ein Vorziehen der Investition einzusetzen. Zürn-Kasztantowicz erklärt, dass sie sich seit Jahren für eine Verbesserung der Situation an der Grundschule im Hasengrund einsetzt. Allerdings gibt es bei der Planung von Bauvorhaben vorgeschriebene Verfahrensschritte, die sich nicht umgehen lassen. Weil die Mittel für die Schulsanierung in Höhe von 4,9 Millionen Euro erst in die Investitionsplanung ab 2017 aufgenommen worden sind, steht vorher im Bezirkshaushalt schlicht kein Geld für die Sanierun bereit.

"Für unsere Elterninitiative Pro Hasengrund sind die Antworten von Frau Zürn-Kasztantowicz letztendlich unbefriedigend", erklärt Andreas Zipperer. "Zwar sind wir froh, dass sich das Bezirksamt für eine Übergangslösung entschieden hat, die eine Nutzung der Dachgeschossräume wieder zulässt. Allerdings werden die grundlegenden Probleme durch diese Übergangslösung nicht beseitigt. Verbindliche Zusagen konnte die Stadträtin nicht geben." Deshalb plant die Elterninitiative weitere Aktionen.

Weitere Informationen auf www.pro-hasengrund.de.

Bernd Wähner / BW
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