Alte Liebe rostet nicht: Seit 65 Jahren sind Irmgard und Horst ein Paar

Das Ehepaar Irmgard und Horst Kuschek konnten jetzt das seltene Fest der Eisernen Hochzeit feiern. (Foto: Bernd Wähner)

Pankow. Das seltene Fest der Eisernen Hochzeit konnten jetzt Irmgard und Horst Kuschek feiern. Das betagte Ehepaar lebt seit einiger Zeit im Advivendum Pflegeheim in der Schlossallee 3.

„Wir fühlen uns hier sehr wohl und rundherum gut umsorgt“, sagt Irmgard Kuschek. „Vor allem freuen wir uns, dass wir weiter in Pankow leben können.“ Horst Kuschek ist nämlich ein echter Pankower. Er kam dort am 16. August 1924 auf die Welt. Bis zur vierten Klasse besuchte er die Volksschule, wechselte dann in das Realgymnasium, das er bis zur Sekunda besuchte. Im April 1941 begann er dann seinen Dienst als sogenannter Jungmann bei der Finanzverwaltung in Berlin.

Er besuchte die Finanzschule, wurde aber im Oktober 1942, wie so viele junge Männer seiner Generation, zur Wehrmacht eingezogen. Er überlebte den Zweiten Weltkrieg, geriet aber im Mai 1945 in jugoslawische Gefangenschaft. Nach seiner Entlassung nahm er am 1. Februar 1949 als Angestellter wieder seinen Dienst beim Finanzamt auf.

Im Finanzamt lernte er auch seine Frau Irmgard kennen. Sie kam am 4. Juli 1928 in Greifenberg in Pommern (heute Gryfice) zur Welt. In Köslin verbrachte sie eine, wie sie sagt, wunderbare Kindheit. Nach der Schule ließ sich Irmgard zur Außenhandelskauffrau ausbilden. Sie besuchte die Handelsschule in Berlin. Doch eines Tages stand die Schule nicht mehr. Sie war zerbombt worden. So begann sie eine Lehre bei der Krankenkasse in Fürstenwalde. Nach dem Zweiten Weltkrieg hieß es dann aber: Als Trümmerfrau Steine klopfen, um das zerstörte Fürstenwalde wieder aufzubauen.

Die junge Frau entschied sich, 1949 nach Berlin zu ziehen. Sie fand einen Job als Stenotypistin bei der Gewerkschaft. Ein Jahr später wechselte sie als Schreibkraft ins Finanzamt. Dort wurde sie schon bald Chefsekretärin – und auf Horst aufmerksam. Sie verliebten sich ineinander und heirateten im Winter 1952.

Das Ehepaar Kuschek bekam vier Kinder. Viele Jahre lebte die Familie an der Bizetstraße, später in Niederschönhausen. Auf die Frage nach dem Rezept für 65 Ehejahre sagt Irmgard Kuschek: „Wir haben uns immer geliebt, uns gemeinsam um die Kinder gekümmert und viel zusammen unternommen. Das alles schweißt zusammen.“ BW
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.