Hoffen auf privat: Bezirk hat kein Personal für die Pflege von Streuobstwiesen

Pankow. Neue Streuobstwiesen wird es im Bezirk nur dann geben, wenn sich private Initiativen dafür engagieren. Das ist das Fazit, das sich nach Prüfung eines BVV-Beschlusses durch das Bezirksamt ziehen lässt.

Die Verordneten hatten das Bezirksamt aufgefordert zu prüfen, ob öffentliche und frei zugängliche Grün- und Freiflächen des Bezirks als Streuobstwiesen genutzt werden könnten. Weiterhin sollte das Bezirksamt bei privaten Grundstückseigentümern für das Anlegen von Streuobstwiesen werben. Der Hintergrund ist, dass sich der Bezirk am Projekt „essbare Stadt“ nach dem Beispiel der Stadt Andernach (http://www.andernach.de/de/leben_in_andernach/es_startseite.html) beteiligen möchte.

Das Bezirksamt stellt nach Prüfung klar, dass es weder die personellen Ressourcen noch die entsprechenden Flächen für das Anlegen von Streuobstwiesen zur Verfügung hat. „Flächen, die sich für solch eine landwirtschaftliche Nutzung eignen, sind im Bezirk an Landwirte langfristig verpachtet worden“, erklärt Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen).

„Andere Flächen, wie zum Beispiel Autobahnböschungen oder Biotope, sind für Streuobstwiese ungeeignet. Eine große, bereits bestehende Streuobstwiese am Köppchensee in Blankenfelde konnte finanziell und personell nicht unterhalten werden. Sie wurde an die Berliner Forsten abgegeben.“ Die Streuobstwiese in Blankenfelde wird nun von ehrenamtlichen Helfern des Nabu Naturschutzbundes Berlin gepflegt.

Der Bezirk verfolge aus all diesen Gründen seit etwa 20 Jahren eine andere Strategie. An den landwirtschaftlich genutzten Flächen werden Feldgehölz-Hecken und Obstbaumalleen angelegt. Weil in den vergangenen Jahren aber auch dafür immer weniger Haushaltsmittel zur Verfügung standen, war deren Pflege nur noch eingeschränkt möglich.

Deshalb sieht das Bezirksamt nur die Möglichkeit, dass ehrenamtliche Initiativen bestehende Obstbaumalleen im Bezirk ergänzen und pflegen, was in den vergangenen Jahren bereits auch geschah, so Kirchner. Auch Pflanzaktionen, wie die von der Initiative Freiobst Pankow (www.freiobst-pankow.de) am Schmöckpfuhlgraben, tragen zu einem Anwachsen des Obstbaumbestandes auf öffentlichen Flächen bei. BW
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