Bündnis sammelt Hunderte Unterschriften für Autobahnauffahrt Karow/Buch

Mitstreiter der Initiative "Bündnis für Buch" setzen sich für eine neue Autobahnanschlussstelle ein. (Foto: Bündnis für Buch)

Buch/Karow. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) spricht sich gegen den Bau einer Autobahnanschlussstelle Buch/Karow aus. Diesen Beschluss fassten die Verordneten auf ihrer jüngsten Sitzung. Stattdessen plädieren sie für einen Ausbau der bereits vorhandenen Anschlussstelle Bucher Straße an die A 114.

Dieses Bauvorhaben war auch im Stadtentwicklungsplan (StEP) Verkehr für eine bessere Anbindung von Buch und Karow vorgeschlagen worden. Damit haben die Befürworter einer neuen Autobahnanschlussstelle Buch/Karow erst einmal eine Niederlage einstecken müssen.

Für den Autobahnanschluss setzen sich seit gut drei Jahren eine ganze Reihe von Unternehmen, Institutionen und Bürger aus der Region ein. Diese würde nach ihrer Auffassung dazu beitragen, dass die Region mit Gesundheits- und Biotec-Standort sowie den Wohngebieten besser an das Autobahnnetz angeschlossen wird. Das Verkehrsaufkommen nahm durch die rasante Entwicklung der Region stark zu. Vor allem der Autoverkehr zu den Kliniken in Buch sowie zum Biotec-Campus vervielfachte sich. Viele Autofahrer nutzen inzwischen Wohngebietsstraßen, um zügig zum Ziel zu gelangen. Ein neuer Autobahnanschluss würde die Wohnsiedlungen entlasten, meinen die Anschluss-Befürworter. Außerdem wären Kliniken, Unternehmen und Institute in der Region besser zu erreichen. Um einen Autobahnanschluss durchzusetzen, taten sich die Befürworter zu einem "Bündnis für Buch" zusammen. Mit seinen Argumenten überzeugte das Bündnis die Kommunalpolitiker und den Senat, sodass eine Machbarkeitsstudie für einen Autobahnanschluss Buch/Karow in Auftrag gegeben wurde. Diese kam zum Ergebnis, dass ein neuer Autobahnanschluss technisch machbar sei.

Allerdings würde er Autofahrern im Durchschnitt nur circa drei Minuten Zeitersparnis gegenüber der Benutzung bestehender Verbindungen bringen. Dem gegenüber stünden die erheblichen Baukosten. Auch sei zu bedenken, dass die Straßen im Umfeld so ausgebaut werden müssten, dass sie den von der Autobahn kommenden Verkehr aufnehmen können. Das würde weitere Kosten verursachen. Trotz dieser Bedenken machten sich die Befürworter des Autobahnschlusses weiter für ihn stark. Um ihre Forderung zu unterstreichen, sammelte das "Bündnisses für Buch" 1500 Unterschriften. Diese übergaben sie auf der jüngsten BVV-Sitzung an die Bezirkspolitiker.

Die Gegner eines neuen Autobahnanschlusses taten sich hingegen zu einer Initiative "Kontra AS Karow/Buch" zusammen. Mit dem vorgeschlagenen Autobahnanschluss drohe im Norden Pankows ein Verkehrsdesaster, prognostizieren sie. Der Lkw- und Pkw-Verkehr auf der Bucher und der Karower Chaussee würde immens zunehmen. Das würde die Lebensqualität in der Region stark beeinträchtigen.

Auf der BVV-Sitzung erhielten Befürworter und Gegner der die Möglichkeit, ihre Argumente noch einmal darzulegen. Die anschließende Diskussion zeigte, dass es auch in der Pankower Kommunalpolitik unterschiedliche Auffassungen gibt. CDU-Fraktionschef Johanns Kraft forderte zum Beispiel, sich noch einmal ganz in Ruhe objektiv mit einer neuen Anschlussstelle zu befassen. Seiner Ansicht nach überwiegen die Vorteile. Politiker von SPD, Grünen und Linkspartei sprachen sich gegen eine neue Anschlussstelle aus. Ihrer Meinung nach sei der Vollausbau der bestehenden Anschlussstelle gekoppelt mit weiteren Maßnahmen der richtige Weg. Mit dieser Auffassung setzten sie sich mehrheitlich in der BVV durch.

Zugleich wurde beschlossen, dass sich die BVV für den Bau eines Regionalbahnhofs in Buch ausspricht. So könne eine schnelle Verbindung auf dem Schienenweg nach Buch geschaffen werden. Des Weiteren soll der Rad- und Fußverkehr in der Region durch entsprechende Maßnahmen gefördert werden. Das Bezirksamt erhielt schließlich den Auftrag, gemeinsam mit den Bucher Akteuren nach Möglichkeiten zur Verbesserung der Standortbedingungen sowie des Images von Buch zu suchen und dazu ein Maßnahmekonzept zu entwickeln.


Bernd Wähner / BW
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