Die MachMit!-Museumsleiterin Marie Lorbeer verabschiedet sich in den Ruhestand

Marie Lorbeer (rechts) verabschiedet sich in den Ruhestand. Uta Rinklebe übernimmt jetzt das Ruder. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: MachMit Museum für Kinder |

Prenzlauer Berg. Das MachMit! Museum in der Senefelderstraße 5 ist eines der bekanntesten Kindermuseen der Bundesrepublik. Zu verdanken ist das vor allem Marie Lorbeer. Nach 23 Jahren übergab sie jetzt die Museumsleitung an ihre Nachfolgerin Uta Rinklebe.

Welche Dimension das Museum einmal annehmen würde, wagte Marie Lorbeer 1992 nicht zu träumen. Sie wuchs in Franken auf und war viele Jahre in Indien unterwegs, bevor es sie an den Kollwitzplatz verschlug. Anfangs sei sie für die Mitglieder des Vereins Netzwerk SpielKultur wie eine Fremde gewesen, erinnert sich Pankows stellvertretender Bürgermeister Jens-Holger Kirchner. Er war damals in leitender Funktion im Verein tätig. „Sie sprach ganz anders als wir. Als wir uns kennenlernten, saß sie an einem Bauwagen, ihre damals zweijährige Tochter Lisa auf dem Schoß und kochte gerade mit Kindern etwas Indisches“, erinnert sich Kirchner. „Sie war der Meinung, dass Kinder beim Selbermachen und Ausprobieren viel besser lernen.“ Unter dem Motto „MachMit!“ fanden dann auch im Bauwagen auf dem Kollwitzplatz die ersten Aktionen statt. Für Marie Lorbeer stand fest, dass aus dem Bauwagen ein Museum werden müsse.

Die Idee blieb

Der Bauwagen wurde aufgegeben, aber die Idee blieb. Stationen des Projektes waren die Kapelle in der Fröbelstraße 17, die Bornholmer Grundschule an der Ibsenstraße und ein Laden an der Schivelbeiner Straße. Hier gab es die ersten regelmäßigen Ausstellungen. Und schon bald war klar, dass die 230 Quadratmeter längst nicht ausreichen.

Auf der Suche nach neuen Räumen traf man auf die Elias-Gemeinde. Die wollte ihre Kirche aufgeben. So konnte die MachMit! Museum für Kinder gGmbH das Gebäude in Erbbaurecht von der Evangelischen Landeskirche übernehmen und umbauen.

Zielstrebigkeit, Witz und Charme

2003 war Eröffnung. Marie Lorbeer wurde Geschäftsführerin. Sie musste sich in neue Aufgaben einarbeiten. Alles wurde viel professioneller. Das große Haus brauchte feste Mitarbeiter und einen Etat. Den neuen Herausforderungen stellte sich Marie Lorbeer mit Zielstrebigkeit, Witz und Charme. Kirchner: „Wir führten in all den Jahren viele Gespräche über Projekte. Aus der einst Fremden ist eine Kollegin und eine Vertraute geworden. Marie Lorbeer bestimmte immer den Spirit des MachMit! Museums mit. Dass sie nun in den Ruhestand geht, kann ich mir noch nicht richtig vorstellen.“ Aber Marie Lorbeer hat mit Uta Rinklebe eine hervorragende Nachfolgerin, mit der sie bereits seit vielen Jahren zusammenarbeitet.

Die Bilanz von Marie Lorbeer ist bemerkenswert. In den zurückliegenden 23 Jahren wurden 35 große Ausstellungen organisiert. Sie initiierte unzählige Projekte und Kooperationen mit Schulen, Kitas und Künstlern. Unter ihrer Leitung erhielt das Museum acht Auszeichnungen. Und letztendlich sprechen die mittlerweile 63.000 Besucher aus aller Welt, die Jahr für Jahr das Museum besuchen, für sich. BW
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