Der Kiez Helmholtzplatz ist ab sofort kein Sanierungsgebiet mehr

Prenzlauer Berg. Der Senat beschloss, dass der Kiez rund um den Helmholtzplatz mit Beginn des neuen Jahres kein Sanierungsgebiet mehr ist. Damit verliert auch das letzte der einst fünf Sanierungsgebiete von Prenzlauer Berg diesen Status.

Gemeinsam mit den Kiezen Kollwitzplatz, Winsviertel, Teutoburger Platz und Bötzowviertel war das Wohngebiet zwischen 1993 und 1995 vom Senat zum Sanierungsgebiet erklärt worden. Seinerzeit war die Wohnungssubstanz marode, die Infrastruktur kaum ausgebaut und das Grün heruntergekommen. Inzwischen hat sich die Situation in allen fünf Gebieten grundlegend verändert.

Der Status Sanierungsgebiet hatte den Vorteil, dass Bund und Land kräftig investierten. Anfangs wurden vor allem Hauseigentümer dabei unterstützt, Wohnraum auf Vordermann zu bringen. Seit der Jahrtausendwende wird in Straßen, Gehwege, Kitas, Schulen, Klubs, Spielplätze und Grünanlagen investiert. Insgesamt waren es in den zurückliegenden 20 Jahren rund 264 Millionen Euro, die allein in das Gebiet Helmholtzplatz flossen. 1994 gab es noch fast an jedem Haus kaputte Fassaden, viele Dächer waren undicht, viele Wohnungen hatten noch eine Außentoilette. Der Kiez hatte einen morbiden Charme. Als der Senat das Gebiet zum Sanierungsgebiet erklärte, gab es über 13.100 Wohnungen. Der Kiez um den Helmholtzplatz war damit das größte Sanierungsgebiet der Stadt. Heute sind 82 Prozent der Häuser saniert.

Das hat natürlich auch seine Kehrseite. Das Viertel, das früher wegen der niedrigen Mieten vor allem bei Studenten und Künstlern beliebt war, ist inzwischen ein Wohngebiet für Besserverdiener. Die Zahl der Einwohner stieg von 18 900 Menschen im Jahre 1994 auf 22 700 Kiezbewohner im Jahre 2014. Seit 1994 entstanden knapp 4000 neue Wohnungen - zumeist Wohneigentum. Die Zahl der Mietwohnungen ging hingegen stark zurück. Fast jede dritte Wohnung im Gebiet ist eine Eigentumswohnung. Das Gros der früheren Bewohner am Helmholtzplatz hat längst das Gebiet verlassen. Und mit weiterer Zunahme von Eigentumswohnungen ist ein weiterer Umbruch in der Einwohnerstruktur zu erwarten.


Bernd Wähner / BW
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