Auf dem Pfefferberg wird jetzt wieder Bier gebraut

Daniella Erdmann und Susanne Adam vor den Brauerei-Kesseln: Sie gehören zu den ersten, die das neue Pfefferbräu probieren durften. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Bis vor etwa 90 Jahren wurde auf dem Pfefferberg an der Schönhauser Allee Bier gebraut. Diese Tradition wird jetzt wiederbelebt. Dafür sorgen die gemeinnützige Gesellschaft VIA und der Braumeister Thorsten Schoppe.

Prenzlauer Berg hat eine faszinierende Biertradition. An der Schönhauser und Prenzlauer Allee siedelten sich im 19. Jahrhundert viele große Brauereien an. Dazu zählten zum Beispiel die Königstadt-, Bötzow-, Schultheiß-Brauerei und auch die Brauerei Pfeffer. Die Geschichte des Brauereigeländes an der Schönhauser Allee reicht bis in das Jahr 1841 zurück. Seinerzeit wurde die Brauerei von Joseph Pfeffer gegründet. Im Laufe der Jahre weitete sie sich immer mehr aus. Schließlich zählte das Brauereigelände 21 Gebäude. Unter allem befand sich Berlins größter Gärkeller mit neun Meter Höhe und 65 Meter Länge.

Bis 1921 wurde bei Pfeffer Bier nach bayrischem Vorbild gebraut. Ausgeschenkt wurde es natürlich auch in einer eigens errichteten Schankhalle. Nachdem die Brauerei schließen musste, gab es verschiedene Nutzungen für das Areal. Gewerbetreibende, die Kommunale Wohnungsverwaltung und Künstler siedelten sich an. Anfang der 90er-Jahre bezog der damalige Verein Pfefferwerk (heute Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH) mit einem Teil seiner Projekte den Pfefferberg.

Danach wurde das Areal von der Stiftung Pfefferwerk Schritt für Schritt entwickelt. Heute befinden sich auf dem Gelände Gewerberäume, ein Hostel, Galerien, Gastronomie und vieles andere mehr. Lange Zeit in einem Dornröschenschlaf verharrte allerdings die alte Schankhalle in der Schönhauser Allee 176. Dieser nahm sich vor gut fünf Jahren die gemeinnützige Gesellschaft VIA an. Gemeinsam mit dem Theaterensemble Woesner-Brothers ging die VIA die Erneuerung der alten Schankhalle an. In einem Bereich des Gebäudes eröffnete im Herbst das neue Theater der Woesner-Brothers. Die Via selbst baute in das Gebäude die "Pfefferbräu - Bergbrauerei und Schankhalle" ein. Das Etablissement konnte vor wenigen Tagen eröffnet werden.

Die VIA-Schankhalle ist ein Integrationsprojekt, das von der Aktion Menschen und dem Integrationsamt Berlin unterstützt wird. In der Schankhalle sind die Hälfte der 26 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung vorbehalten. In dieser Schankhalle wird nun auch die Tradition der Bierbrauerei auf dem Pfefferberg wiederbelebt. Dafür sind eigens Brauereikessel eingebaut und ein Braumeister engagiert worden. Thorsten Schoppe entwickelte das neue "Pfefferbräu". Dabei handelt es sich um ein Pilsner mit kräftiger Hopfennote. Als zweites Bier der Marke "Pfefferbräu" entwickelte er ein dunkles Bier mit einer Mischung aus unterschiedlichen Spezialmalzen. Geplant ist, dass schon bald weitere saisonale Biere gebraut werden.

Weitere Informationen gibt es auf www.pfefferbräu.de.

Bernd Wähner / BW
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