Engagierte Anwohner wünschen sich mehr Mitstreiter

Kessi Albert (links) und Uwe Bieseke vom Gartenhaus und Ester Schröder vom Abenteuerspielplatz beim Frühjahrsputz auf dem Stadtplatz Marie. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Entstanden ist er aufgrund des Engagements einer Bürgerinitiative: der Stadtplatz Marie. Aber inzwischen sind es leider nur noch wenige Anlieger, die sich um ihn kümmern.

Diese möchten ihre Nachbarn motivieren, sich wieder mehr um den Platz an der Marienburger Straße zu kümmern. Denn der Stadtplatz "Marie" ist ein Juwel. Er ist eine der am häufigsten prämierten Grünanlagen im Bezirk. Noch in den 90er-Jahren stand auf dem etwa 7600 Quadratmeter großen Gelände das Rettungsamt Prenzlauer Berg. Nachdem dieses 1995 abgerissen worden wurde, reservierte die Stadt die Fläche als Standort für die Berufsfeuerwache Prenzlauer Berg. Ende der 90er-Jahre war Berlin finanziell so angeschlagen, dass an deren Bau nicht mehr zu denken war. Eine Bürgerinitiative engagierte sich dafür, dort einen Stadtplatz anzulegen. Aus dieser Situation heraus nahm das Bezirksamt Verhandlungen mit dem Senat über einen Zwischennutzungsvertrag auf. Dieser Vertrag konnte 1999 für zunächst zehn Jahre abgeschlossen werden.Anwohner, Künstler, Schulen und Kitas entwickelten das Nutzungskonzept für den Platz mit. Nach mehrmonatiger Bauzeit weihten sie den Platz im Mai 1999 ein. Ein Abenteuerspielplatz und ein Kleinkinderspielplatz waren entstanden. Ein kleines Amphitheater wurde gebaut, ein Kiezgarten, ein Feuchtbiotop und ein Wasserlauf wurden angelegt. Zur Straße hin entstand eine kleine Piazza mit Platanen und Tischtennisplatten. Mit Einsatz öffentlicher Mittel konnte später noch ein Jugendspielplatz gebaut werden.

Seit seiner Eröffnung ist der Stadtplatz "Marie" eine grüne Oase. Weil er ein so ungewöhnliches Projekt ist, wurde er 1999 mit dem Gustav-Meyer-Preis, 2000 mit dem Preis "Soziale Stadt" und 2004 mit dem Europäischen Städtebaupreis ausgezeichnet. Die Grünanlage, die inzwischen dauerhaft gesichert ist, erfreute sich seit Jahren großer Beliebtheit. "Dieser Platz ist für viele Generationen attraktiv", sagt Uwe Bieseke von der benachbarten Freizeiteinrichtung

Allerdings hinterlassen nicht alle Nutzer den Platz so, wie sie ihn selbst gern am nächsten Tag vorfinden würden. Es kommt häufig vor, dass der Platz und die Spielanlagen morgens mit Scherben übersät sind. Die Sprunggrube der Sportanlage der Grundschule an der Marie, die sich ebenfalls auf dem Platz befindet, ist mit zurückgelassenen Buddelsachen bestückt. Reste der Grillabende sind über den Platz verteilt. "Es gibt am Stadtplatz einen Freundeskreis, einen Jugendklub, den Abenteuerspielplatz, den Hort im Gartenhaus, die Grundschule und einige engagierte Anwohner. Alle sind daran interessiert, die Missstände auf dem Platz zu beseitigen", betont Uwe Bieseke. "Nur leider sind das viel zu wenig, die ein Auge auf den Platz haben. Es wäre schön, wenn jeder seinen Müll wegräumt."

In den zurückliegenden Jahren hat sich die Anwohnerschaft sehr verändert. Viele neue Anrainer wissen nur wenig vom Bürgerengagement für den Stadtplatz Marie und über seine Entstehung. Wer sich künftig mit einbringen will zum Beispiel durch die Pflege des Grüns, ist herzlich willkommen.

Informationen gibt es im "Gartenhaus an der Marie" in der Winsstraße 49 und telefonisch unter 44 21 91 98.

Bernd Wähner / BW
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