Graphiker Eberhard Hartwig veranstaltet Workshops

Eberhard Hartwig bei der Arbeit in seinem Atelier. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Im Atelier von Eberhard Hartwig ist immer Bewegung. Wer durch die Glasfront an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße 3 schaut, sieht ihn meist emsig an einem großen Tisch oder an einer der Druckerpressen arbeiten.

Häufig ist er aber nicht allein in Aktion. Mal sind es Künstler-Kollege, denen er Druckertipps gibt. Mal sind es Kinder, die er in das Einmaleins von Holzschnitt und Radierung einführt. Abends sind es dann Erwachsene, die in Druckkunst-Workshops einen Ausgleich zum Berufsalltag suchen.

Eberhard Hartwig ist eine "Institution" unter den Berliner Druckgraphikern. Der 55-Jährige lernte ursprünglich Druckformenhersteller und Schriftsetzer. Ihn begann dann aber mehr das Kreative am Druck zu interessieren. "Seit meiner Ausbildung lässt mich das Thema Druckgraphik nicht mehr los", erklärt er.

Ab Anfang der 1980er-Jahren bildete er sich in Kursen renommierter Künstler im Malen, Zeichnen und in der Technik der Lithographie weiter. Diese Technik war von Alois Senefelder erfunden worden, nach dem heute ein Platz und eine Straße in Prenzlauer Berg benannt sind.

Schließlich studierte Hartwig noch an der Universität der Künste. Danach wandte er sich ganz der künstlerischen Arbeit zu. Ende der 1980er-Jahre sprach ihn eine Künstlerkollegin an, ob sie nicht zusammen ein Druckwerkstatt-Atelier betreiben wollen. Hartwig stieg in das Atelier an der Oranienburger Straße ein. "Als wir dort raus mussten, zog ich zunächst in die Immanuelkirchstraße 33 um, weil ich nur wenige Häuser weiter wohnte."

2007 bezog der Künstler sein heutiges Atelier an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße. Dort stehen dem Druckkünstler unter anderem eine Radierpresse, eine Hochdruck-Presse und ein Boston-Tiegel für die künstlerische Arbeit zur Verfügung. Imposantestes Werkzeug ist aber die fast 120 Jahre alte Lithographie-Presse, auf der nach der von Alois Senefelder entwickelten Methode Steindruck stattfindet.

Seine Atelierwerkstatt ist heute ein beliebter Treff für Menschen, die sich für künstlerische Drucke interessieren. Eberhard Hartwig doziert hier unter anderem für die Volkshochschule. Er bietet Kurse im Verein "Jugend im Museum" an. Außerdem gibt er Achtklässlern des nahe gelegenen Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums im Kunstunterricht eine Einführung in das Thema künstlerischer Druck.

Das weiträumige Atelier ist außerdem ein Ausstellungsort. Am 20. Oktober um 17 Uhr lädt Eberhard Hartwig zur Eröffnung seiner nächsten Ausstellung ein. Dann wird er für sechs Wochen unter dem Motto "Landschaften. Häuser, Wege, Himmel" Radierungen seines Kollegen Ralf Hentrich präsentieren.

Zu besichtigen ist die Ausstellung montags von 16 bis 18.30 Uhr und dienstags von 18 bis 22 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung. Weitere Informationen zur Ausstellung sowie zu Workshops gibt es bei Hartwig unter 44 04 34 21 und im Internet: www.druckgraphik-atelier.de.

Bernd Wähner / BW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden