"Köpfchen statt Kohle" für Klimaschutz-Projekt geehrt

Die Energiemanager Leander, Finn und Julienne freuen sich, dass das Konzept "Klasse Klima" mit Sonderpreis 2013 ausgezeichnet wurde. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Schüler sorgen dafür, dass in ihrer Schule Energie gespart wird. So engagieren sie sich im Rahmen des Projekts "Köpfchen statt Kohle" für den Klimaschutz. Das Projekt kann sich nun über eine Auszeichnung freuen.

Es wurde vom Bündnis "KlimaSchutzPartner Berlin" mit dem Sonderpreis 2013 ausgezeichnet. Zu diesem Bündnis schlossen sich Berliner Organisationen, Institutionen und Verbände wie die IHK, die Handwerksammer, die Architektenkammer und die Investitionsbank Berlin zusammen. Jedes Jahr loben diese einen Klimaschutzwettbewerb aus.Die Jury zeichnete in diesem Jahr das Konzept "Klasse Klima" von "Köpfchen statt Kohle" mit dem Sonderpreis aus. Dieses wird bereits in drei Grundschulen in Prenzlauer Berg umgesetzt und ist nach Meinung der Jurymitglieder wegweisend.

An der Homer-Grundschule, den Grundschulen am Kollwitzplatz und am Falkplatz wurden im zurückliegenden Schuljahr Schüler der Klassenstufen drei bis sechs zu Energiemanagern ausgebildet. Diese übernehmen in eigner Regie die Einzelraumsteuerung der Heizungen im gesamten Schulgebäude. In den drei Schulen wurde in den zurückliegenden Monaten durch Fachleute die entsprechende Technik montiert. Alle Kabel laufen an einem Rechner zusammen. Mit einem speziellen Programm haben die Energiemanger die Möglichkeit, die Heizung in jedem einzelnen Klassenraum genau zu steuern. Eine Messkurve zeigt ihnen jeweils an, wie warm oder kalt es zu welcher Uhrzeit im jeweiligen Raum ist.

So kann nun zum Beispiel programmiert werden, dass in einem Klassenraum erst um 6 Uhr mit dem Heizen begonnen wird, wenn der Unterricht um 8 Uhr beginnt. Bislang kam es vor, dass die Heizung schon nachts um 2 oder 3 Uhr ansprang. Außerdem wird nun die Heizung rechtzeitig ausschaltet, wenn abzusehen ist, dass die Klasse den Raum nicht mehr nutzt.

Erfahrungsgemäß ist es in Klassenräumen häufig zu warm. Wenn 30 Kinder in einem Raum sind, tragen sie mit ihrer Körperwärme auch zu einer Temperaturerhöhung bei. Künftig kann per Computer die Heizung so geregelt werden, dass statt 23 Grad zum Beispiel nur 19 Grad im Klassenraum sind. Diese genaue Temperatursteuerung spart Energiekosten, und die Schüler fühlen sich in ihren Klassenräumen viel wohler.

Möglich wird das durch das Projekt "Köpfchen statt Kohle". In diesem Projekt sind seit drei Jahren Mitarbeiter der stratum GmbH im Auftrage des Bezirksamtes in Schulen unterwegs. Das Team um Projektleiter Richard Häusler engagiert sich pädagogisch für das Thema Energieeinsparung, drängt aber auch auf technische Veränderungen. Mit 20 Schulen im Bezirk arbeitet das Projekt "Köpfchen statt Kohle" zusammen. In anderen Schulen soll es auch bald Energiemanager geben. Das ist jedenfalls das Ziel im nächsten Schuljahr. Dann will sich das Team um Richard Häusler auch noch mehr dem Thema richtiges Lüften und Raumklima zuwenden.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es im Internet auf koepfchenstattkohle.org.

Bernd Wähner / BW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.