Singuhr organisiert wieder seine Sommerausstellungen

(Foto: Veranstalter)

Prenzlauer Berg. In den beiden Wasserspeichern am Wasserturm an der Belforter und Diedenhofer Straße ist bis in den Herbst hinein wieder Klangkunst zu erleben.

Die Singuhr-Hörgalerie präsentiert vom 11. Juli bis 22. September im Kleinen Wasserspeicher die Klanginstallation "Raumarbeit II - Planetenmaschine nach Potocnik" des Künstlers Jens Brand. In den kreisförmigen Gewölben des Speichers wird dazu eine den Tellurien des 18. Jahrhunderts nachempfundene Maschine installiert. Diese besteht aus einem planetengleich kreisenden Lautsprechermodul an der Außenwand und einem sich langsam drehenden Spiegelobjekt im Zentrum des Speichers. Die Maschine hat nur eine Funktion. Sie bildet sich und die Besucher permanent sowohl optisch als auch akustisch selbst ab. Der benachbarte Große Wasserspeicher beheimatet indes die Klanginstallation "Aeolian Circles" des britischen Künstlers Max Eastley. Dafür kombiniert er zwei Elemente: eine Reihe von kinetischen Objekten im Innern des Speichers und eine Windharfe auf dem Dach des Turmhauses. Die Klänge der Windharfe werden in Echtzeit in die vier konzentrischen Ringe des Wasserspeichers übertragen. Die Backsteinarchitektur des Speichers sorgt für eine bis zu 18 Sekunden lange Nachhallzeit. So entsteht ein dichtes Klanggewebe, das sich durch die Ringe zu bewegen scheint.

Mit den Klanginstallationen setzt die Singuhr-Hörgalerie ihre 2007 begonnene Ausstellungstätigkeit in den beiden Wasserspeichern fort. Sie betreibt dort Berlins einzige Galerie, die sich ausschließlich der Präsentation von Klangkunst widmet. Das Bezirksamt, das die Wasserspeicher verwaltet, hatte sie 2006 für Kunstaktionen ausgeschrieben. Das Konzept der Hörgalerie überzeugte, und so bekam das Projekt Singuhr den Zuschlag für die Nutzung in den Sommermonaten.

Der Kleine Wasserspeicher (erbaut zwischen 1853 und 1856) hat ein Fassungsvermögen von 3000 Kubikmetern. Nach mehreren Umbauphasen ist er heute eine durch breite Pfeiler und Rundbögen gestützte Halle. Noch imposanter ist der Raum des Großen Wasserspeichers (erbaut von 1889 bis 1892) mit 7000 Kubikmetern Fassungsvermögen und einem Durchmesser von 40 Metern.

Beide Wasserspeicher sind mittwochs bis sonntags von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet vier, ermäßigt drei Euro. Weitere Informationen auf www.singuhr.de.

Bernd Wähner / BW
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