Koch-Arbeitsgemeinschaft der Gustav-Langenscheidt-Schule auf Sommertournee

Vor der großen Tournee gab es eine Generalprobe: im 700 Kilometer entfernten Haag in Österreich. (Foto: Gerhard Stubauer)
 
Gleich geht es los. Die Koch-AG vor dem Rathaus Schöneberg. Foto: Daniel Gollme (Foto: Daniel Gollme)
Berlin: Gustav-Langenscheidt-Schule |

Schöneberg. Wie man sich vorstellen kann, war die Vorfreude und Aufregung kurz vor 10 Uhr am Bahnhof Südkreuz groß. 18 Schülerinnen und Schüler der Gustav-Langenscheidt-Schule machten sich am 9. August auf zu einer Sommertournee durch Deutschland und die Niederlande.

Überall Stimmengewirr und fröhliche Gesichter am Bahnsteig und dazwischen Felix Othily und Daniel Gollme vom Nachbarschaftsheim Schöneberg (Nbhs). Sie leiten die Ganztagsbetreuung an der Integrierten Sekundarschule in der Belziger Straße.

Die Zwölf- bis Sechzehnjährigen, die auf Reisen gehen, darunter sind auch Schüler aus Willkommensklassen, gehören zur Fairtrade-Koch-AG der Schule. Die Gustav-Langenscheidt-Schule ist seit dem 1. Juni offiziell „Fairtrade School“, eine Schule, die sich für den fairen Handel einsetzt. „Mitten in den Sommerferien tragen die Schüler die Idee vom fairen Handel in die Republik und in die Niederlande“, loben Othily und Gollme.

Zur Generalprobe der Sommertournee fuhren 20 Schüler ins 700 Kilometer entfernte niederösterreichische Haag. Das dortige Theater hatte die Schöneberger eingeladen, für die Premierenfeier ihres Stücks „Des Kaisers allerneueste Kleider“, in dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, Kinder, Jugendliche und Willkommensschüler gemeinsam mit Profis auf der Bühne stehen, fair und gesund zu grillen, zu backen und zu kochen.

Später konnten Daniel Gollme und Felix Othily sagen: „Der Probelauf war perfekt. Wenn es auch nur halb so schön auf der Sommertournee wird, brauchen wir danach keinen Schulanfang mehr.“ Und die Haager Theaterleiterin Kathi Baumfried meinte, die Schöneberger seien unglaublich gelassen gewesen. „Wie sie dann seelenruhig losgetrottet sind mit ihrem Gepäck und ihren Rollkofffern. Als hätten sie alle Zeit der Welt. Dabei war in vier Stunden doch schon Premiere. Ich konnte es nicht glauben.“

Mit dem Zug geht es 17 Tage lang durch Deutschland. Die Kochrezepte haben die Jugendlichen im Gepäck. Die Schülerdelegation kocht in den Partnerstädten des Bezirks, in Paderborn, Wuppertal, Ahlen in Westfalen und in Amstelveen in Holland mit fair gehandelten Lebensmitteln kochen: für einen gemeinnützigen Verein, für ein Sommerfest, für einen Jugendclub und für einen festlichen Anlass.

Finanziell unterstützt wird die Tour von der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg und der gemeinnützigen Gesellschaft „Engagement global. Service für Entwicklungsinitiativen“. Sie arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Tempelhof-Schönebergs Bürgermeisterin ist voll des Lobes für die Schüler der Koch-AG. Mit großem Engagement und mit Begeisterung würden sie sich für ihr Hobby einsetzen, so Angelika Schöttler (SPD). „Außerdem freue ich mich sehr darüber, dass einige unserer aktiven Städtepartnerschaften bei diesem Projekt dabei sind und auf diese Weise bereichert werden.“

„Wir hoffen, auch anderen Schulen eine Idee davon geben zu können, wie globales soziales Engagement Schüler, Lehrer, Betreuer und Eltern begeistern können, wie daraus ungewöhnliche Aktionen von großem pädagogischen Nutzen erwachsen können und wie fleißige und engagierte junge Menschen selbst in ihren Ferien für ihre Ideale eintreten“, so Felix Othily und Daniel Gollme vor der Abreise. KEN
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