Bezirk startet das Projekt "Spandau Inklusiv"

Spandau. Wenn die Teilhabe aller am öffentlichen Leben fest in den Köpfen verankert ist, erübrigen sich die Bemühungen um die Integration Behinderter. Dies will der Bezirk mit seinem Projekt "Spandau Inklusiv" erreichen.

Das Konzept hat der Bezirksbeauftragte für Senioren und Menschen mit Behinderung, Klaus Laufmann, mit dem Partner Behindertenhilfe des Evangelischen Johannesstifts entwickelt. Dessen Ziel ist es, die Havelstadt zu einem Bezirk zu machen, in dem Barrieren in den Bereichen Mobilität, Kommunikation und auch Mentalität zunehmend fallen.Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hatte im Mai vergangenen Jahres beschlossen, das von der Bundesrepublik 2009 ratifizierte "Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen" (UN-BRK) in der Spandauer Verwaltung umzusetzen. "Derzeit läuft bereits die Bestandsaufnahme in den fünf Abteilungen des Bezirksamts", sagt Sylke Hölscher, Geschäftsführerin der mit dieser Aufgabe betrauten Behindertenhilfe.

Infos für alle am 16. April

Für die Mitarbeiter des Bezirksamts ist eine Auftaktveranstaltung zum Projekt am 15. April vorgesehen. Einen Tag später soll es im Bürgersaal des Rathauses eine Informationsveranstaltung für alle Spandauer geben. Auch auf www.spandau.de soll das Konzept veröffentlicht werden. Das Projekt geht zunächst bis April kommenden Jahres, die Ergebnisse werden öffentlich präsentiert.

Zunächst gibt es für die Bezirksamtsmitarbeiter Kurse, in denen sie zu Fachleuten der Inklusion in ihren Abteilungen fortgebildet werden. Danach werden die fünf Abteilungen Aktionspläne entwickeln, die dann in einen "Aktionsplan Spandau inklusiv" münden. "Das ganze wird ein dynamischer Prozess sein, der mindestens rund 20 Jahre dauern wird", sagt Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD). Entstehende Kosten könne er bislang nicht einschätzen.

"Wirkliche Inklusion muss bedeuten, dass sich die geistige Haltung aller so verändert, dass die Gemeinsamkeit absolute Normalität wird", sagt Laufmann. Dazu gehöre etwa eine Verwaltung, deren Formulare in einer für jedermann verständlichen Sprache gefasst seien. Sie müssten auch für Blinde und Sehbehinderte geeignet sein. Der Internet-Auftritt müsse zudem durch den Einsatz eines Gebärdendolmetschers für jedermann Informationen bieten. Und nicht zuletzt bedeute Inklusion natürlich auch, an allen Kreuzungen die Bürgersteige abzusenken.


Michael Uhde / Ud
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