Gemeinwesenverein Heerstraße Nord kann Arbeit bis Ende 2013 fortsetzen

Spandau. Bis Ende 2013 kann nun der seit bereits 22 Jahren tätige Mobilitätshilfedienst (MHD) für Senioren und Behinderte des Gemeinwesenvereins Heerstraße Nord seine Arbeit fortsetzen.

Bis dahin ist der zunächst von der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales für den 1. Juli geplante Ersatz durch den Sozialverband VDK Reinickendorf (wir berichteten) ausgesetzt worden. Diese Entscheidung traf Michael Büge (CDU), Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, während einer Veranstaltung im Kulturzentrum "Gemischtes" nach telefonischer Rücksprache mit Sozialsenator Mario Czaja (CDU). Zu der Versammlung hatte der Spandauer CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Wegner Nutzer des MHD eingeladen.Grund für die Veränderung sind Pläne der Senatsverwaltung, die Zahl der Träger der MHD in Berlin von 15 auf 12 zu verringern. "Dies wird durch die Reduzierung der Maßnahmen der Job Center im Bereich MAE und Ein-Euro-Jobs notwendig", so Büge. Bei der Auswahl der Träger sei der Gemeinwesenverein Heerstraße Nord auf Platz 13 gelandet und gehöre somit zu den Trägern, die nicht mehr weiter arbeiten sollten. Büge sei gekommen, um sich Argumente der Betroffenen anzuhören, die für die Fortsetzung des Angebots durch den Fördererverein sprechen, sagte Kai Wegner. So argumentierte beispielsweise Klaus Laufmann, Beauftragter für Senioren und Behinderte, dass "über 22 Jahre entstandene persönliche Vertrautheit und Kontakte sehr wichtig" seien.

"Diese Verankerung des MHD in der Region und in der wichtigen Arbeit des Quartiersmanagements hat mich schon beeindruckt", resümierte Büge. Er sagte zu, die Arbeit des Gemeinwesenvereins bis Ende des Jahres weiter zu bezuschussen. Anfang 2014 werde dann erneut dessen Arbeit überprüft. Büge stellte in Aussicht, dass der Träger bei entsprechender Bewährung dauerhaft die Mobilitätshilfe in Spandau übernehmen könnte.

Als "billiges Schmierentheater" kritisiert der Spandauer SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz die Entscheidung. "Im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung wird per SMS vom Sozialsenator eine Galgenfrist für den MHD verkündet", bemängelt Schulz. Das sei kein vernünftiger Umgang mit einem wichtigen Thema.


Michael Uhde / Ud
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