"Herberge zur Heimat" hilft sozial Benachteiligten

Helmut Kleebank (2. von rechts) im Gespräch mit Marco Berfels (2. von links), Claudia Biberger und Sozialarbeiter Viktor Maximtschuk. (Foto: Ulrike Kiefert)

Spandau. Der Verein "Herberge zur Heimat" kümmert sich in Spandau um hilfsbedürftige Frauen und Männer. Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) besuchte jetzt die drei Einrichtungen des Vereins.

Für seine Visite hatte Kleebank mehrere Stunden eingeplant. Und die wusste Marco Berfels auch gut zu füllen. Der Leiter der "Herberge zur Heimat" hatte sich fest vorgenommen, dem Bürgermeister bei seinem ersten Besuch detailreich die drei Einrichtungen des Vereins vorzustellen. Zunächst stand ein Rundgang durch die betreuten Wohngruppen auf dem Programm, die der Verein an der Falkenhagener Straße 28 betreibt. 17 Bewohner wohnen in dem Altbau. Männer und Frauen, die in Krisen stecken. Sie haben ihre Wohnung oder Arbeit verloren, wurden gerade aus der Haft entlassen oder versuchen, dem Alkohol zu entfliehen. "Wir helfen ihnen, im Leben wieder Fuß zu fassen", erklärte Berfels. Das funktioniert über Einzel- und Gruppengespräche, Kreativangebote und der Hilfe bei Behördengängen, Mietschulden, der Job- oder Wohnungssuche. Dabei muss natürlich jeder auch selbst mithelfen, so Berfels: "Ohne inneren Antrieb geht das nicht. Die meisten schaffen es auch."

Und wie reagieren die Anwohner auf ihre speziellen Nachbarn? Das wollte der Bürgermeister wissen. "Entspannt", antwortete Claudia Biberger vom Vereinsvorstand. Für gute Nachbarschaft sorgt auch das hauseigene Kulturcafé "Hazetha", wo Bewohner und Anwohner gemeinsam Kaffee trinken können. Einige Haustüren weiter betreibt der Verein ein Männerwohnheim mit 38 Plätzen und ärztlicher Versorgung. Denn die Bewohner an der Falkenhagener Straße 6 leiden häufig an den Folgen jahrelanger Sucht, sind psychisch krank oder geistig behindert. Auch um sie kümmern sich die insgesamt 50 Sozialarbeiter und Pflegehelfer des Vereins.

Letzte Station des Besuchs war das Obdachlosenheim an der Falkenseer Chaussee 154. Dort leben momentan 110 Bewohner, die meisten sind Spandauer. Wie in den beiden anderen Einrichtungen mangelt es auch im Übergangswohnheim an freien Plätzen. "Der Wohnungsmarkt hat sich dramatisch verschlechtert", erklärte Marco Berfels den Grund für die hohe Nachfrage. Auch in Spandau gebe es kaum noch bezahlbare Wohnungen. Bereits 1876 gegründet, dürfte der "Herberge zur Heimat" die Arbeit damit auch in Zukunft nicht ausgehen. Hilfreich wäre da auch ein langfristiger Pachtvertrag für das Wohnheim an der Falkenseer Chaussee, den der Verein nach dem Willen der Bezirksverordneten bekommen soll. Das Grundstück gehört dem Liegenschaftsfonds Berlin, der seinen Vertrag mit dem Verein bisher aber nur befristete.


Ulrike Kiefert / uk
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